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Wenn das Klima kippt (2/2)

Der Weckruf der Azteken

Film von Bernd Reufels und Ioanna Engel

Der Klimawandel wird vor allem die junge Generation mit voller Wucht treffen. Der 17-jährige Klimaaktivist Xiuhtezcatl Martinez reist um die ganze Welt, prangert die Verursacher der Klimakatastrophe an und ruft zum Handeln auf.

Sein Charisma und seine Klugheit haben den jungen Mann mit aztekischen Wurzeln zu einem weltweit geachteten Kämpfer gegen den Klimawandel werden lassen. Mit Liedern und Vorträgen setzt er ein Zeichen gegen die Fahrlässigkeit im Umgang mit der Natur.

Für Xiuhtezcatl Martinez ist es ein Warnzeichen: Der Klimawandel ist nun auch in seiner Heimat, in den Rocky Mountains im Herzen der USA, angekommen. Auf einem Ausritt mit einem Freund beobachtet der 17-jährige Klimaaktivist alarmierende Veränderungen: Vor wenigen Jahren lag Ende Mai auf 3000 Meter Höhe noch Schnee, die Flüsse waren vielfach mit Eis bedeckt. In diesem Jahr aber zieht eine gespenstisch anmutende Wärme über das Hochland, der Schnee ist geschmolzen – für Xiuhtezcatl ein fühlbares Zeichen der Klimaerwärmung, die die Welt stärker verändern wird als jeder menschliche Eingriff zuvor.

Der Film begleitet Xiuhtezcatl auf Reisen, die er antritt, um auf die Folgen des Klimawandels für die junge Generation aufmerksam zu machen: In Washington D.C. hat er die amerikanische Regierung verklagt. Mit ihrer Ignoranz zerstöre sie die Zukunftschancen der Jugend. In Sydney trifft Xiuhtezcatl auf Gleichgesinnte, die gegen die rückständige Energiepolitik Australiens protestieren, das noch immer auf die klimaschädliche Kohle setzt.

In seinen Liedern, Vorträgen und Interviews macht Xiuhtezcatl immer wieder Auswirkungen des Klimawandels zum Thema, die erst auf den zweiten Blick Konturen annehmen. In aller Munde sind die Erwärmung der Atmosphäre und der Anstieg des Meeresspiegels. Doch wie wirken sich die Klimaveränderungen auf die soziale Sicherheit aus, auf die globale Wirtschaft oder die Balance der Ozeane? Der Film nimmt Xiuhtezcatls Warnungen zum Anlass, bei diesen Themen genauer hinzuschauen.

Neue Wal-Routen und die Balance der Ozeane

In Norwegen erforscht die deutsche Meeresbiologin Heike Vester das Verhalten der Wale und Orcas vor der Inselgruppe der Lofoten. Die Wissenschaftlerin stellt fest, dass der Klimawandel das Verhalten der Tiere bereits verändert hat. Durch die Meereserwärmung haben sich Nahrungsnetze verschoben, die Walherden suchen nach neuen Routen. Die hochintelligenten Meeressäuger mit ihrem feinen Sensorium senden deutliche Signale aus: Die Balance der Ozeane ist im Begriff, zu kippen, berichtet Heike Vester.

Die Erwärmung Ugandas

Wie sich der Klimawandel auf die soziale Sicherheit weltweit auswirken kann, ist an Brennpunkten wie Uganda bereits heute zu beobachten. Das ostafrikanische Land wird sich bis zum Ende dieses Jahrhunderts voraussichtlich um vier bis fünf Grad Celsius erwärmen. Der Film zeigt traditionelle Viehhirten, die auf der verzweifelten Suche nach Wasser und Weideland in das Gebiet anderer Stämme vordringen – Anlass für heftige Konflikte um die schwindenden Ressourcen. Und im Süden Ugandas satteln die Fischer vom Wamala-See notgedrungen auf Landwirtschaft um. Der See verdunstet regelrecht; der einstige Fischreichtum ist dahin.

Sendetermin

Di. 14.11.17, 18.00 Uhr

Mi. 15.11.17, 08.15 Uhr

Dürren in Australien

In Australien schließlich werden die massiven Auswirkungen des Klimawandels auf die globale Wirtschaft deutlich. Der Bundesstaat Queensland etwa leidet unter zahlreicher werdenden Dürren; die Ernten fallen immer kärglicher aus. Zugleich setzt Australien bei der Energieerzeugung unbeirrt auf Kohle und festigt damit seinen Ruf als einer der weltgrößten CO2-Sünder. Es ist ein selbstverschuldeter Teufelskreis, gegen den die 83-jährige Farmerin Wendy Bowman seit Jahren zu Felde zieht. Ihr Grundstück ist eingekreist von Kohleminen, die Unternehmen wollen sie zum Verkauf ihrer Farm zwingen – doch die alte Dame will nicht weichen.

Die Dokumentation

Mit der Geschichte des jugendlichen Klimaaktivisten Xiuhtezcatl als rotem Faden spannt der Film einen erzählerischen Bogen rund um den Globus: Beleuchtet werden Brennpunkte des Klimawandels, die bislang nur selten im Fokus standen, obwohl die bevorstehenden Entwicklungen dramatisch sind.

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