Inhalt

Palästinenser-Proteste

Tote und Verletzte im Gazastreifen

Bei schweren Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften sind an Karfreitag nach palästinensischen Angaben mindestens 12 Menschen getötet worden. Zudem gebe es mindestens 1000 Verletzte. Die dortigen Behörden machten dafür israelische Soldaten verantwortlich. Laut israelischer Armee haben die Demonstranten Steine geworfen und brennende Reifen gerollt.

In Gaza haben tausende Palästinenser für die Aufhebung der Grenzblockaden durch Israel und Ägypten demonstriert. Die radikal-islamische Hamas wollte mit den Massenprotesten ihren Anspruch auf ein "Recht auf Rückkehr" für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Israel lehnt eine Rückkehr in das eigene Staatsgebiet ab.

Palästinensische Proteste an Karfreitag (Quelle: Reuters/Mohammed Salem)

Das Gesundheitsministerium in Gaza nannte die Zahl von rund 1000 verletzten Menschen. Israelische Soldaten hatten gezielt auf Rädelsführer geschossen, wie die Armee am Freitag mitteilte.

Israel befürchtet Terroranschläge

"Die Hamas-Terrororganisation benutzt zynisch Frauen und Kinder, schickt sie an den Sicherheitszaun und gefährdet deren Leben", hieß es in einer Stellungnahme der Armee. Die Proteste würden dazu genutzt, um zu versuchen, Terroranschläge zu verüben.

Palästinenser würden brennende Reifen in Richtung der israelischen Soldaten rollen und Brandflaschen sowie Steine werfen, hieß es weiter in der Mitteilung. Die Soldaten würden gezielt auf Anstifter schießen. "Die Hamas-Terrororganisation gefährdet das Leben von Zivilisten", schrieb die Armee. Sie sei verantwortlich für die gewaltsamen Proteste.

tagesschau

Fr. 30.03.18, 20.00 Uhr

"Wir betonen, dass dieser Marsch friedlich ist", sagte dagegen das führende Hamas-Mitglied Chalil al-Haja. Deswegen nähmen auch Frauen und Kinder an den Protesten teil. Die USA, die EU und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Sie hatte 2007 die Macht in dem Küstengebiet an sich gerissen.

Proteste sollen andauern

Die Massenproteste sollen bis zum 15. Mai fortgeführt werden. Anlass sind Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung des Staates Israel. Die Palästinenser begehen den 15. Mai als Nakba-Tag (Tag der Katastrophe), weil im ersten Nahost-Krieg im Jahr 1948 rund 700 000 Palästinenser flohen oder vertrieben wurden.

Mit Material von tageschau.de, reuters, dpa

Seite Drucken nach oben

Fußzeile


 
Top | Zurück