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Blog zu Nordkorea

Alle Entwicklungen im Nordkorea-Konflikt

Ende des Jahres 2017 wurde die zehnte mit Sanktionen verbundene UN-Resolution gegen Nordkorea erlassen. Seit 2006 wird das Land wegen seines Raketen- und Atomwaffenprogramms immer wieder von der internationalen Gemeinschaft auf diese Weise zurechtgewiesen. Machthaber Kim Jong Un droht Südkorea, den USA und Japan immer wieder mit Zerstörung und treibt trotz der UN-Sanktionen die Entwicklung von Atomwaffen voran. Zuletzt näherten sich Nord- und Südkorea jedoch wieder an.


Mittwoch, 17.01.18

Gemeinsame Olympia-Delegation

Nord- und Südkorea haben am Mittwoch beschlossen, eine gemeinsame Frauen-Eishockeymannschaft zu den Olympischen Spielen zu entsenden. Zur Eröffnungszeremonie in Pyeonchang am 9. Februar sollen die Sportler beider Länder zudem in einer gemeinsamen Delegation einlaufen, gab das südkoreanische Ministerium für Wiedervereinigung bekannt. Nordkorea will eine Delegation aus insgesamt 550 Mitgliedern in den Süden schicken, darunter 230 Cheerleader, 140 Künstler und 30 Sportler für eine Taekuando-Vorstellung. Am 25. Januar sollen sie in Südkorea eintreffen, fünf Tage vorher, am 20.01.18, will das Olympische Komitee (IOC) über die Pläne der beiden koreanischen Staaten für die Winterspiele entscheiden. Darüber hinaus hat Nordkorea angeboten, auch zu den Paralympischen Spielen im März eine Delegation von Sportlern und Funktionären zu senden.


Dienstag, 16.01.18

Nordkorea-Treffen westlicher Außenminister

Bei einem gemeinsamen Treffen im kanadischen Vancouver beraten Außenminister aus 20 Staaten über die weitere Agenda im Nordkorea-Konflikt. Auf dem zweitägigen Gipfel soll dabei unter anderem über diplomatische Wege, die nukleare Abrüstung sowie mögliche weitere Sanktionen gesprochen werden.

US-Außenminister Rex Tillerson zufolge herrsche unter den teilnehmenden Ländern Einigkeit darüber, dass eine "komplette, nachweisbare und unumkehrbare Denuklearisierung" der koreanischen Halbinsel das oberste Ziel sei. Vor allem von den wichtigsten Handelspartnern Nordkoreas, China und Russland, erwarte Tillerson, dass bestehende Sanktionen umgesetzt werden. Allerdings waren beide Nationen nicht zu dem von den USA und Kanada organisierten Treffen eingeladen.

Fehlalarm auch in Japan

Nachdem es am vergangenen Samstag bereits auf Hawaii zu einem Raketenfehlalarm gekommen war, ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall am Dienstagabend (Ortszeit) in Japan. Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt NHK berichtete in einer Eilmeldung fälschlicherweise über eine Rakete, die von Nordkorea aus Richtung Japan abgefeuert worden sei und forderte die Bevölkerung auf, in Gebäuden und Kellern Schutz zu suchen.

Nach rund zehn Minuten wurde die Meldung zurückgezogen, der Sender entschuldigte sich in einem Statement bei seinen Nutzern. Anders als in Hawaii seien Panikreaktionen in der Bevölkerung jedoch ausgeblieben.


Samstag, 13.01.18

Raketenfehlalarm auf Hawaii

Auf Hawaii kam es am Samstagmorgen zu einem Raketenfehlalarm. Dieser konnte von den Bewohnern des US-Staates als Push-Nachricht auf ihren Smartphones empfangen werden. Die Katastrophenschutzbehörde EMA verkündete daraufhin auf dem Kurznachrichten-Dienst Twitter, dass es sich um einen Irrtum handele. Der Leiter der Notfallbehörde, Vern Miyagim, klärte die Situation auf und sagte, der Fehler sei passiert, als jemand einen falschen Knopf gedrückt habe.

Der Raketenfehlalarm sorgte vor allem deswegen für landesweite Panik, da die Angst vor einem möglichen nordkoreanischen Angriff angesichts der derzeitigen Spannung in der amerikanisch-nordkoreanischen Beziehung groß ist.


Mittwoch, 10.01.18

Moon Jae In offen für Gespräche

Am Tag nach den Gesprächen zwischen Vertretern Nord- und Südkoreas zeigt sich Südkoreas Präsident Moon Jae In offen für ein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Bedingung dafür sei, dass ein Ergebnis garantiert werde. Ziel sei die Beseitigung der nordkoreanischen Atomwaffen. Die Regierung lehnt dies jedoch ab und verweist darauf, dass die Waffen nur auf die USA und nicht auf Südkorea, China oder Russland gerichtet seien. Die nordkoreanische Zeitung "Rodong SinmuN", die das zentrale Medium der herrschenden Partei der Arbeit ist, schrieb, die Zusammenarbeit könne zum gegenseitigen Nutzen ausgebaut werden, wenn externe Kräfte herausgehalten würden. Die

Moon Jae In räumte unterdessen die Befürchtungen der USA aus, Nordkorea könne einen Keil zwischen die Verbündeten treiben. Er machte deutlich, dass es keine Differenzen mit den USA gibt und hob zugleich hervor, dass die jüngsten Annäherungen auf die Politik von US-Präsident Donald Trump zurückzuführen seien.


Dienstag, 09.01.18

Friedensgipfel: Nordkorea will hochrangige Delegation zu Olympia schicken

Nordkorea plant, eine Delegation zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea zu entsenden. Dieser werden offizielle Regierungsvertreter, Sportler und Journalisten angehören. Das gab der südkoreanische Vizeminister für Wiedervereinigung, Chun Hae Sung, am 09.01.18 auf einem gemeinsamen Friedensgipfel mit Vertretern Nordkoreas bekannt. Seoul habe zudem vorgeschlagen, dass beide Länder gemeinsam bei der Eröffnungs- und Abschlusszeremonie einlaufen.

Südkorea wolle außerdem eine Wiedervereinigung von Familien in den beiden Ländern erreichen, so Chun. Beide Länder hatten nach mehr als zwei Jahren erstmals wieder Gespräche aufgenommen. Die Diplomaten trafen sich im Grenzort Panmunjom.

Der nordkoreanische Gesandte Ri Son Gwon denke, Nordkorea sollte sich an den Gesprächen in einer ernsthaften und aufrichtigen Weise beteiligen. Es solle ein Geschenk für die Koreaner zum neuen Jahr geben: wertvolle Verhandlungsergebnisse. Der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Cho Myoung Gyon erklärte, er hoffe ebenfalls, dass beide Seiten mit einem "guten Geschenk" aufwarten und damit den Wunsch der Koreaner nach festeren Beziehungen erfüllen könnten. Er wünsche sich Willen und Geduld für die Verhandlungen, so Cho.


Sonntag, 07.01.18

Trump zeigt sich zu Gespräch mit Nordkoreas Machthaber bereit

US-Präsident Donald Trump hat sich zu direkten Kontakten mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bereit erklärt, bleibt aber bei seiner harten Haltung im Atomstreit mit dem Land. "Sicher, ich glaube immer an Gespräche", sagte Trump am Samstag auf die Frage, ob er sich ein Telefonat mit Kim vorstellen könne. "Absolut, ich würde das machen", fügte er vor Journalisten im Wochenendsitz Camp David hinzu. Süd- und Nordkorea tauschten unterdessen am Sonntag, den 07.01.18, die Listen mit den Delegationen für die anstehenden ersten Gespräche beider Länder seit zwei Jahren aus.

Zu den innerkoreanischen Gesprächen am Dienstag will Nordkorea eine fünfköpfige Delegation unter Leitung des Vorsitzenden des Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes, Ri Son Gwon, entsenden. Das teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Das staatliche Komitee ist in Nordkorea für innerkoreanische Angelegenheiten zuständig. Ri gilt als erfahrener Unterhändler, der sein Land schon bei früheren bilateralen Treffen vertreten hatte.

Er befürworte die innerkoreanischen Gespräche zu "100 Prozent", sagte Trump. Er hoffe, dass sie etwas bringen, und würde es auch begrüßen, wenn sie über das Thema Olympia hinausgingen.


Mittwoch, 03.01.18

Nordkorea öffnet Kommunikationskanal mit dem Süden

Nach fast zweijähriger Unterbrechung hat Nordkorea einen Kommunikationskanal mit dem Süden wiedereröffnet. Staatschef Kim Jong Un ordnete an, die Telefonleitung im Grenzort Panmunjom am Mittwochnachmittag (07.30 Uhr MEZ) wieder freizuschalten. Nordkorea hatte die Verbindung im Februar 2016 als Vergeltung für die Schließung eines gemeinsamen Industriegebietes gekappt. Die Regierung in Seoul teilte mit, sie habe einen Anruf erhalten. Nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA erklärte der nordkoreanische Vertreter Ri Son Gwon, man sei bei der Kommunikation mit dem Süden ehrlich und aufrichtig.

China begrüßt Annäherungsversuche

Griechen übergeben Olympisches Feuer an Südkorea

Das olympische Feuer wird für die Winterspiele 2018 an Südkorea übergeben (Quelle: dpa/Eurokinissi)

China zeigte sich ob des nordkoreanischen Angebots, die Olympischen Winterspiele in Südkorea als Gelegenheit zu nutzen, Gespräche zu führen, erfreut. Die Republik hoffe, dass sich Pjöngjang und Seoul dabei "auf halbem Weg entgegenkommen", erklärte der chinesische Außenministeriumssprecher Geng Shuang. "Alle beteiligten Seiten" sollten die "positive Wende der Ereignisse" nutzen. Der Sprecher äußerte sich auch zum bizzaren Größenvergleich der Atomknöpfe von Trump und Kim. Er forderte beide Seiten zur Zurückhaltung auf.

USA wittern hinterhältige Motive

Die USA, die fast 30.000 Soldaten in Südkorea stationiert haben, äußerten sich über die Gespräche zurückhaltend. Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte, Nordkorea wolle möglicherweise einen Keil zwischen die Verbündeten treiben.


Dienstag, 02.01.18

Trump: "Meiner ist größer!"

Als Antwort auf die Neujahrsansprache von Kim Jong Un erwiderte US-Präsident Trump auf Twitter, sein Knopf sei "viel größer und mächtiger" und funktioniere. Die beiden Staatschefs hatten sich in den vergangenen Monaten mit Drohungen überboten und damit die Angst vor einem Krieg geschürt.


Montag, 01.01.18

Neujahrsansprache von Kim Jong Un: "Auf meinem Schreibtisch ist immer ein Atomknopf"

Neujahrsansprache Kim Jong Un

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hält seine Neujahrsansprache 2018 (Quelle: AP)

In seiner Neujahrsansprache erklärte der nordkoreanische Staatschef Kim Jon Un mit Blick auf die USA: "Auf meinem Schreibtisch ist immer ein Atomknopf. Das ist keine Drohung, sondern die Realität." Nordkorea hat angekündigt, massenhaft Atomsprengköpfe zu bauen. Die Waffen seien eine Reaktion auf das aggressive Verhalten aus Washington. Unklar ist, wie weit das nordkoreanische Atomprogramm tatsächlich fortgeschritten ist. Experten halten es für möglich, dass die Raketen die USA erreichen könnten. Unklar sei aber, ob ein Atomsprengkopf den Wiedereintritt in die Atmosphäre überstehen würde.

Gesprächsbereitschaft mit Südkorea

Während sich das Verhältnis zwischen Nordkorea und den USA unter Präsident Trump zusehends verschlechtert, hat Kim Jong Un sich in seiner Ansprache offen für Gespräche mit dem Nachbarland Südkorea gezeigt. Er erwägt nach eigenen Worten auch, eine Delegation zu den Olympischen Winterspielen im Februar 2018 ins südkoreanischen Pyeongchang zu schicken.


Donnerstag, 28.12.17

Trump: Nordkorea bezieht Öl von China

US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag, den 28.12.17, China vorgeworfen, gegen UN-Sanktionen zu verstoßen. Die Volksrepublik soll entgegen der Sanktionen Öl an Nordkorea geliefert haben. Einen Beweis dafür lieferte er aber nicht. Mit seinem Vorwurf scheint sich der Republikaner auf den Bericht einer südkoreanischen Zeitung zu beziehen, wonach chinesische Schiffe auf hoher See Öl an nordkoreanische Frachter verkauft haben sollen. Die Zeitung "Chosun Ilbo" hatte am Dienstag berichtet, es habe seit Oktober rund 30 solcher Vorfälle gegeben. Die Zeitung nannte südkoreanische Regierungskreise als ihre Quelle.

China dementiert Vorwürfe

Das chinesische Außenministerium dementierte die Vorwürfe am Freitag, den 29.12.17. Wenn es entgegen seines Wissens Verstöße gebe, werde China diese untersuchen und dem Gesetz entsprechend ahnden. Ein Schiff aus Hongkong wurde bereits von südkoreanischen Behörden gestoppt und inspiziert.


Donnerstag, 30.11.17

19. Raketentest in Nordkorea

Nordkorea hat zum 19. mal einen Test mit einer Interkontinentalrakete durchgeführt. Als Reaktion forderten die USA ihre Verbündeten zum Handeln auf: Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley hielt unter anderem Deutschland dazu an, seine diplomatischen Vertreter aus der Hauptstadt Pjöngjang abzuziehen. Diese Aufforderung stieß in Deutschland auf Kritik. Der Unions-Außenpolitiker Jürgen Hardt sagte, es sei gut, "dass Europa und damit der Westen mit der deutschen Botschaft einen Anker in Pjöngjang" habe. Dennoch kündigte Außenminister Sigmar Gabriel nach einem Treffen mit seinem amerikanischen Kollegen Rex Tillerson an, einen weiteren Diplomaten aus Nordkorea abzuziehen. Auch andere EU-Staaten mit diplomatischen Vertretungen wollen Gabriel zufolge ihr Personal reduzieren.

Ebenfalls verhalten reagierte China: Man tue bereits alles im Rahmen bestehender UN-Sanktionen, hieß es aus dem Außenministerium. China hatte bereits im Oktober seine Öllieferungen an das Regime in Pjöngjang beschränkt, aber nicht eingestellt. Das Land ist der letzte Verbündete Nordkoreas, der Einfluss der Führung in Peking auf Nordkorea schwindet jedoch.

Mit Material von AP, Reuters, dpa und tagesschau.de

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