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FAQ ALL-Tag - Naturwissenschaftliche und Gesundheitliche Fragen

Viele Zuschauer haben Fragen zur Thomas-Reiter-Mission. Eine Auswahl der interessantesten Fragen und Antworten finden Sie auf dieser Seite.

  • Es gibt ja immer wieder Probleme mit der Schwerelosigkeit im All. Eine künstliche Schwerkraft würde doch vieles erleichtern. Ist so etwas technisch überhaupt möglich?

    Prinzipiell ist alles möglich, jedoch kommt es auf den Stand der technologischen Entwicklung an. In Zukunft ist die Schaffung von Schwerkraft, sei es durch die Bewegung oder Massen oder künstlich Magnetfelder, durchaus denkbar.

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  • Wie fühlt sich Schwerelosigkeit an?

    Dieses Gefühl spürt man in den Ohren, wo sich beim Menschen das Gleichgewichtsorgan befindet. Zudem beim Nachlassen der Schwerkraft insbesondere in der Magengegend, denn plötzlich ist nichts mehr da wo es hingehört. Hinzu kommt, dass das Blut sich in der Nähe des Herzens aufhält, da es von der Schwerkraft nicht mehr in die Beine gezogen wird. Daher kommen die nach Eintritt in die Schwerelosigkeit "aufgedunsenen" Köpfe der Astronauten, auch "Babyface" genannt.

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  • Warum nehmen die Astronauten die Geschwindigkeit, mit der sie sich im All fortbewegen, nicht wahr, nicht einmal während des "Weltraumspazierganges"?

    Da man in der Erdumlaufbahn keine Atmosphäre hat, hat man auch keinen Widerstand, wie er auf der Erdoberfläche, zum Beispiel beim Auto fahren entsteht. Dennoch ist die Geschwindigkeit zu spüren, sofern man auf die Erde schaut oder die 17 Sonnenauf- und -untergänge innerhalb von 24 Stunden registriert.

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  • Wenn Herr Reiter z.B. auf dem Laufband trainiert, damit seine Muskeln unter der Schwerelosigkeit nicht degenerieren wird er schwitzen. Darf er nur unter einer Abzugshaube schwitzen oder wird einfach alles nass?

    Wenn man schwitzt, dann schwitzt man. Und alles ist nass und trocknet auch wieder. Die Luft in der Raumstation wird ständig entfeuchtet. Das heißt der Feuchtigkeitsgehalt wird auch zur Trinkwasserherstellung genutzt. Das Wassersystem ist ein geschlossenes System, so dass das Wasser ständig regeneriert wird und wieder genutzt werden kann. Mit den Sojus-Transportraumschiffen wird halbjährlich der Trinkwasserhaushalt aufgefrischt.

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  • Es wurde immer wieder vom Recycling des Wassers auf der ISS gesprochen. Wie funktioniert das Recycling technisch? Kostet es - mit dem Wissen, dass offenbar auch Urin zurück gewonnen wird - nicht große Überwindung, dieses Wasser zu trinken?

    Im Normalfall produziert die ISS über ihre Sonnensegel genügend Energie, um über ein Elektrolyseverfahren aus dem Wasser wieder Sauerstoff und Wasserstoff zu bilden. Der Sauerstoff wird wieder für die Atemluft verwendet, der Wasserstoff wird ins All abgeblasen. Das Wasser, welches dafür verwendet wird, ist Brauchwasser aus Experimenten und Kondenswasser, welches sich an der Innenseite der Stationswände bildet. Das Wasser aus Urin wird nicht verwendet, auch wenn es technisch möglich ist und technisch auch schon realisiert werden kann, Urin so zu filtern und aufzubereiten, dass es Trinkwasserqualität hat.

    Solche Systeme kommen evtl. bei Missionen zum Mond und Mars zum Einsatz. Natürlich wäre die Vorstellung etwas gewöhnungsbedürftig, aber unser Trinkwasser wird ja auch Grundwasser und Flüssen entnommen, die Wasser aus Klärwerken erhalten...

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  • Warum haben die Astronauten im Weltraum auf der Raumstation immer so rosige Gesichter und immer etwas dicke Wangen?

    Dieses Phänomen nennt man „Babyface“. Nach dem Eintritt in die Schwerelosigkeit verändert sich die Verteilung des Blutes im Körper, da die Schwerkraft fehlt. Das heißt, das Blut strömt in den Oberkörper und in den Kopf, was zu den „rosigen“ Gesichtern und den dicken Wangen führt.

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  • Nach einem Start eines Space Shuttles spüren die Astronauten Schwerelosigkeit ab welcher Höhe in etwa?

    Nach ca. 100 km Höhe, beginnt die Schwerelosigkeit einzusetzen.

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  • Kann man(n) in der Schwerelosigkeit eigentlich noch schnarchen?

    Natürlich! Es gibt aber darüber keine Untersuchungen. In der Raumstation sucht sich jeder sein eigenes ruhiges Plätzchen und der übrige Lärm der Aggregate übertont jegliche Schnarchgeräusche, bzw. der Lärmschutz lässt keine mehr durch.

    Das Zäpfchen und das Gaumensegel haben einen muskulären Tonus, der im Schlaf nachlässt und dann die Atemwege einengt.
    Da die Schwerelosigkeit weder einen Einfluss auf den Tonus des Zäpfchens noch auf die Atmung hat, wird es während des Schlafens auch weiterhin die Atmung beeinflussen können und durch die Luftströmung zum "schwingen" gebracht. Ob es mehr oder weniger als unter der Gravitation schwingt, weiß niemand.

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  • Als Hobbyastronom möchte ich Sie fragen, ob im laufenden ISS-Forschungsprogramm auch astrophysikalische Experimente/Beobachtungen durchgeführt werden?

    Gegenwärtig gibt es keine astronomischen Beobachtungen auf der ISS. Die gesamte Aufstellung aller Experimente auf der ISS sind unter:
    http://exploration.nasa.gov/programs/station/list.html#B vermerkt.

    Die Planungen für eine Instrument zu astronomischen Beobachtungen, sind unter:
    http://www.astro.uni-wuerzburg.de/deu/euso_d.html zu finden.

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  • Wie hoch ist die 2. Kosmische Geschwindigkeit?

    Die zweite kosmische Geschwindigkeit, auch Fluchtgeschwindigkeit genannt, muss ein Objekt aufbringen, um das Gravitationsfeld z.B. eines Planeten verlassen zu können. Je nach Größe des Planeten und somit seiner Gravitation ist diese unterschiedlich. Am Äquator der Erde beträgt diese 11,2 km/s oder 40 320 km/h.

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  • Bei "ALL-Tag" sagte ein Experte, die Brennstoffzellen würden aus der Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff Energie produzieren. Ich dachte, man müsse für die Spaltung Energie aufwenden und könne durch die umgekehrte Reaktion Energie erzeugen.

    Man hat Ihnen nichts Falsches beigebracht, der Experte muss sich wohl versprochen haben. In der Tat wird in der Brennstoffzelle bei der exotherme Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser Energie in Form von elektrischem Strom und Wärme freigesetzt.

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  • Wenn die ISS nur nachts zu sehen ist, sich also im Erdschatten befindet, wie ist es dann zu erklären, dass sie genügend Licht reflektiert um sichtbar zu werden? Die Sonne kann sie dann nicht mehr anstrahlen.

    Nacht ist es nur auf der Erde. Da sich die ISS bis zu 450 km über der Erdoberfläche befindet, „sieht“ sie die Sonnenstrahlen viel früher. Das heißt, die ISS reflektiert Sonnenlicht, welches über den Horizont streicht, also an der Erde vorbei scheint.

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  • Kommen Rückenschmerzen auch im All vor? Ich habe heute (25.09.2006) im NASA TV Frau Anousheh Ansari beobachtet, wie sie am Laptop schrieb. Ihre Ausgleichsbewegungen annimierten mich zu dieser Frage.

    Rückenschmerzen im ALL sind eher selten. Da sich in der Schwerelosigkeit der menschliche Körper ausdehnt, insbesondere auch das Knochengerüst, fallen die Ursachen für diese Schmerzen weg. So können die Rückenwirbel zum Beispiel nicht auf einander reiben, eine Ursache für Rückenschmerzen. Und Frau Ansari hatte bestimmt keine Schmerzen, eher musste sie sich auf die neuen, ungewohnten Umgebungsbedingungen einstellen. Denn selbst die kleinste Bewegung eines Körperteils, Arme oder Beine, kann zu unkontrollierten Bewegungen des gesamten Körpers führen.

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  • Wie groß ist der Einfluss des Luftwiderstands auf die Schwebegeschwindigkeit eines Astronauten innerhalb der Raumstation?

    Im Prinzip ist es richtig, dass die Luft in der ISS die Astronauten bei der Fortbewegung bremst. Allerdings sind die Geschwindigkeiten mit denen sich Astronauten in der Schwerelosigkeit bewegen so klein, dass die durch die Luft verursachte Reibungskraft vernachlässigbar klein ist. Die Abbremsung ist so klein, dass sie nicht messbar ist.

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  • Wie sieht es denn bei "alltäglichen" Krankheiten wie Schnupfen, Husten, Grippe, aus?

    In Vorbereitung des Fluges eines Astronauten, insbesondere in den letzten Tagen vor dem Start wird alles unternommen, um den „Transport“ von Keimen, Bakterien o.ä. zur ISS zu verhindern. Daher rührt auch die Quarantäne der Astronauten vor dem Flug. Kleinere Erkrankungen oder Verletzungen werden aus der Bordapotheke behandelt: vom Schnupfen bis zur Risswunde. Dass jemandem schlecht werden kann liegt vor allem an der Raumkrankheit in den ersten Tagen, weniger am Essen, was völlig normal ist.

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