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10 Jahre Hartz-Reformen - verschrien in Deutschland, Vorbild für Europa?
PRESSECLUB - So, 19.08.12, 12.00 - 13.00 Uhr

(Quelle: WDR/Herby Sachs)
Vor genau zehn Jahren legte die von Gerhard Schröder eingesetzte Hartz-Kommission ihre Vorschläge für eine umfassende Reform des deutschen Arbeitsmarktes vor.
Ihren Namen verdankte sie dem damaligen VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz, der als Leiter der Kommission auch Namensgeber der Gesetze wurde, die den Arbeitsmarkt in Deutschland seitdem grundlegend verändert und die Gesellschaft in Befürworter und Gegner der Reformen gespalten haben.
Vollmundig versprach Peter Hartz damals, die Zahl der Jobsuchenden innerhalb von drei Jahren zu halbieren.
ZU GASTRudolf Hickel (Publizist)
Verena Schmitt-Roschmann (Der Freitag, Ressortleiterin für Politik)
Roland Tichy (Chefredakteur Wirtschaftswoche)
Umstrittene Arbeitsmarktreformen
Auch wenn diese Zielmarke verfehlt wurde, sehen Befürworter der Hartz-Reformen in ihnen die maßgebliche Ursache für den nachhaltigen Rückgang der Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren und dafür, dass Deutschland in der Euro-Krise im Gegensatz zu anderen EU-Staaten so gut da steht. Gegner der Reformen beklagen den wachsenden Niedriglohnsektor, den Ausbau und Missbrauch von Leiharbeit und sehen in der Einführung von Hartz IV einen Sozialkahlschlag zulasten der Schwachen in der Gesellschaft. Während in Deutschland die Reformen weitgehend verschrien sind, wollen manche krisengeschüttelte Euro-Länder sie sich nun zum Vorbild nehmen.
Wie sieht die Bilanz von zehn Jahren Hartz-Reformen aus? Sind sie für die gute wirtschaftliche Lage und den Rückgang der Arbeitslosigkeit verantwortlich? Oder haben sie die Gesellschaft nachhaltig gespalten? Taugen die Hartz-Reformen als Vorbild für Europa? Darüber diskutiert WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn am Sonntag im ARD-Presseclub mit seinen Gästen.
Darüber diskutiert WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn am Sonntag im ARD-Presseclub mit seinen Gästen.
Moderation: Jörg Schönenborn
