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Irak - Das Erbe der Amerikaner
Die irakische Regierung könne sich jetzt selbst verteidigen, sagte US-Vizepräsident Joe Biden bei seinem Besuch in Bagdad Ende November 2011. Bis zum 31. Dezember haben fast alle amerikanischen Soldaten das Land verlassen; dann ist der Irak wieder auf sich gestellt.
Selbst harte Gegner der amerikanischen Truppenpräsenz sehen die Zukunft ihres Landes aber mit sehr gemischten Gefühlen. Die Sicherheitskräfte gelten als immer noch zu schlecht ausgebildet und auch als korrupt.
Nach wie vor gibt es Probleme mit Strom und sauberem Wasser, die Sicherheitslage ist zwar deutlich besser geworden in den letzten Jahren. Doch nach wie vor ziehen es viele Iraker vor, im Exil zu leben, im kurdischen Norden, in Jordanien oder selbst in Syrien, weil sie dem Frieden noch nicht trauen.
Sendetermin
So, 05.02.2012, 23.15 Uhr
Jörg Armbruster, der vor und nach dem Krieg 2003 regelmäßig aus dem Irak berichtet hat, reiste im Dezember 2011 nach Bagdad, um dort eine Bestandsaufnahme dieses letzten Monats zu machen.
Er besuchte Familien, denen er schon unmittelbar nach dem Krieg begegnet war und denen es heute nicht viel besser geht als vor ein paar Jahren. Er trifft Iraker, die für die Amerikaner gearbeitet haben und die jetzt um ihr Leben fürchten, weil sie als Kollaborateure gebrandmarkt sind. Mit irakischen Sicherheitskräften, die immer wieder Ziel von Anschlägen sind, geht er auf Patrouille. Er trifft ehemalige Widerstandskämpfer und besucht die Hochburg des radikalen Schiitenpredigers Muqtada al Sadr.
Der Bericht zeigt aber auch die andere Seite der Stadt Bagdad, das Nachtleben, die Jugendlichen, die bislang von einem politischen Aufbruch wie auf dem Tahrirplatz in Kairo nur träumen können.
