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Die Varusschlacht
Wie die Legionen untergingen
Sendetermine
Do, 09.02.12, 00.45 Uhr
Do, 16.02.12, 00.45 Uhr
"Varus, gib mir die Legionen wieder!" soll der verzweifelte Kaiser Augustus in Rom ausgerufen haben, als ihm die Nachricht vom Untergang dreier römischer Legionen in den Wäldern Germaniens überbracht wurde.
Rund 15 000 Mann, Elitesoldaten, waren auf dem Rückweg aus dem Sommerlager in einen Hinterhalt gelockt und in einem mehrtägigen Marschgefecht von Kriegerhaufen verschiedener Germanenstämme nahezu vollständig aufgerieben worden. Wie konnte das geschehen?
In offener Feldschlacht waren die bestens gerüsteten und ausgebildeten römischen Legionen den Germanen weit überlegen. Die schier endlosen und unwegsamen Wälder Germaniens waren jedoch ideal für einen Guerillakrieg. Blitzschnelle Angriffe aus dem Hinterhalt, ohne sich auf größere Gefechte einzulassen, sollten den überlegenen Gegner zermürben. Der asymetrische Krieg der der Weltmacht Rom von den Germanen aufgezwungen wurde, konnte zwar nicht verloren werden, denn mit ihren nahezu unbegrenzten Ressourcen übten die Römer grausame Rache, aber endgültig vermochten sie die Germanen nicht zu besiegen.
Was auch immer die Römer dazu veranlasst hatte, aus den Gebieten zwischen Rhein, Donau und Elbe römische Provinzen machen zu wollen, nicht die Niederlage und der Selbstmord des Feldherrn Varus, sondern eine sachlich abwägende Kosten-Nutzen-Rechnung brachte Tiberius, den Nachfolger des Augustus dazu, diese Pläne aufzugeben, sich auf eine militärisch gesicherte Grenze an Rhein und Donau, den Limes zurückzuziehen und die Germanen ihrem Schicksal zu überlassen.
Der Film zeigt anschaulich die Kette der Fehleinschätzungen und daraus resultierenden Fehlentscheidungen der Römer. Als deren folgenschwerste sollte sich erweisen, dass Varus dem Cherusker Arminius, der als Reiterführer in römischen Diensten stand, voll und ganz vertraute. In authentischen Inszenierungen zeigt der Film, wie Arminius es gelang Schutze dieses Vertrauens, vor den Augen der Römer den Aufstand vorzubereiten und die Römer auf ihrem Rückweg aus dem Sommerlager in die Falle zu locken. Packende Schilderungen von Zeitzeugen beider Seiten, eines überlebenden römischen Legionär, einer germanischen Bäuerin, eines Adeligen und eines Kriegers rekonstruieren die Ereignisse bis in Detail.
Der Experimentalarchäologe, Marcus Junkelmann, einer der besten Kenner römischer Militärgeschichte schildert die dramatischen Ereignisse an den „Originalschauplätzen“ und erklärt anschaulich mit einer Fülle von neuen Details, wie die drei Legionen des Varus im Herbst des Jahres 9 nach Christus in den Wäldern Germaniens untergingen.
