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Die Kinder der Flucht (1/3)

Eine Liebe an der Oder

Film von Hans-Christoph Blumenberg

Es ist eine Geschichte, die man nicht erfinden kann: Ein Liebespaar, eine Deutsche und ein Pole, werden in den Wirren der Nachkriegszeit getrennt und finden erst nach einer Jahrzehnte langen Odyssee wieder zusammen - nachdem die Mauer gefallen ist.

Ein Kapitel von Flucht und Vertreibung, das glücklich endet. Es bildet den Auftakt der dreiteiligen Reihe "Die Kinder der Flucht". Hier wurden erstmals Fluchtgeschichten, die das Leben schrieb, verfilmt - mit Spielszenen und ergänzt durch Archivaufnahmen und Zeitzeugenaussagen.

Als die Rote Armee am 12. Januar 1945 ihre Großoffensive begann, war es für eine sichere Rettung der deutschen Zivilbevölkerung in den grenznahen Gebieten zu spät. Viel wäre den Menschen erspart geblieben, hätte man sie rechtzeitig evakuiert. Doch sie durften ihre Dörfer und Städte nicht verlassen - wie die 20jährige Elvira Profé aus der ostbrandenburgischen Kleinstadt Bärwalde an der Oder.

Sendetermin

Mo, 20.06.11, 18.30 Uhr

Den Sturm der Sowjets auf die Stadt überlebte sie. Nach neunmonatiger Zwangsarbeit in Sibirien kehrte sie Anfang 1946 wieder in ihre Heimatstadt zurück, die inzwischen polnisch war und Mieszkowice hieß. Nur wenige Deutsche mit wichtigen Funktionen wie Elviras Vater, ein Zollstockfabrikant, hatten in Bärwalde/Mieszkowice bleiben dürfen.

Das Dorf wurde mit Polen besiedelt, die ihrerseits von den Sowjets aus dem Osten ihres Landes vertrieben worden waren. Die neuen Nachbarn der Familie Profé waren Fortek Mackiewicz und seine Mutter. Der junge Pole und Elvira Profé, die nun Haus an Haus wohnten, lernten einander kennen und lieben. Das junge Glück war allerdings nur von kurzer Dauer. Die Ausweisung der Familie Profé im Juni 1946 bereitete der Beziehung ein jähes Ende. "Das hat furchtbar weh getan", beschreibt Fortek seine Gefühle damals, "aber es war unser Schicksal".

Die Liebenden konnten einander nicht vergessen. Nach dem Fall der Mauer im November 1989 machte sich Elvira, die nie geheiratet hatte, auf die Suche nach Fortek - und fand ihn im ehemaligen Ostpreußen. "Und dann sind wir uns um den Hals gefallen", schildert Elvira Profé den Moment ihres Wiedersehens, "dann waren fünfzig Jahre weg".

Im Herbst 2005, fast 60 Jahre nach dem erzwungenen Abschied, gaben sich die beiden schließlich in Mieszkowice das Jawort; das Happy End einer außergewöhnlichen Liebesbeziehung und zugleich ein ganz persönlicher Ausdruck deutsch-polnischer Versöhnung.

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