Inhalt
Chinas Wilder Westen (1/2)
Erben der Seidenstraße
Aus Sicht vieler Chinesen gilt diese Region zwischen der Mongolei und Tibet als "Wilder Westen", weit entfernt von Peking und der nationalen Einheit. Der erste Teil der Dokumentation erkundet Xinjiang bis zum Himmelssee im Tianshan-Gebirge, einem der größten Naturschutzgebiete Chinas.
Größer als Westeuropa, zählt Xinjiang zu den unwirtlichsten Gegenden Zentralasiens. Topografisch betrachtet ist es eine Naturfestung aus massiven Gebirgsketten: Tianshan und Altai-Kette an den nördlichen Grenzen zu Kirgistan, Kasachstan und der Mongolei, das Altun- und Kunlun-Gebirge im Süden sowie der Himalaja, Karakorum und Pamir im Südwesten. Die Berglandschaften umschließen zwei gewaltige Becken, das Größere davon ist die Taklamakan-Wüste.
Sendetermin
Do, 16.06.11, 06.00 Uhr
Volker Härings Reise beginnt in der Nachbarprovinz Gansu in der Stadt Dunhuang. Dort begannen buddhistische Mönche im vierten Jahrhundert mit dem Bau der berühmten Mogao-Grotten. Die mehr als 1.000 Meter in den Sandsteinfels getriebenen Höhlen wurden zu einer der weltweit größten Schatzkammern buddhistischer Kunst. Häring folgt der südlichen Route der ehemaligen Seidenstraße bis nach Xinjiang. Im neunten Jahrhundert wurden die Uiguren in dem kargen Land sesshaft, das erst 1949 in die Volksrepublik eingegliedert wurde. Die Provinz ist trotz der Ansiedlung von sechs Millionen Han-Chinesen eine eigene Welt geblieben.
Seit 1955 genießt Xinjiang den Sonderstatus als autonome Provinz. Der Rad-Scout entdeckt eine Region mit zwei Gesichtern. Seine Reise führt ihn in Großstädte wie Hami, aber auch in ländliche Regionen entlang der Seidenstraße nahe der mongolischen Grenze. Vielfach mutet es an, als sei die Zeit stehen geblieben, andernorts wirkt Chinas Wilder Westen fast gezähmt.
Eine Dokumentation von Klaus Kastenholz
