Inhalt
Angeklagt: Nelson Mandela
Der Rivonia-Prozess
1994 wurde Mandela im Alter von 76 Jahren als erster frei gewählter Präsident der Republik Südafrika feierlich vereidigt. Damit war das Ende der Apartheid endgültig besiegelt.
Sendetermin
Di, 09.02.10, 00.45 Uhr
Die Geschichte des Kampfes gegen die Apartheid überspannt beinahe ein gesamtes Jahrhundert, beginnend mit der Entstehung des ANC 1912. Ein faszinierendes Kapitel ist dabei die bisher kaum erzählte Geschichte des Rivonia-Prozesses - 11 Monate zwischen Juli 1963 und Juni 1964 - in dem Nelson Mandela und seine Mitangeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Es war einer der bedeutendsten politischen Prozesse des Jahrhunderts. Er warf moralische und politische Fragen auf, die heute noch so aktuell sind wie vor 40 Jahren. Die Angeklagten waren die Führer des ANC und ihres damals neu gegründeten militärischen Flügels Umkhonto we Sizwe. Angeführt wurden sie von "Defendant Number One", dem Hauptangeklagten Nelson Mandela, mit auf der Anklagebank saßen Walter Sisulu, Ahmed Kathrada und Govan Mbeki. Sechs der Festgenommenen waren angesehene Weiße. Der Prozess - dem für die Angeklagten drei Monate Einzelhaft ohne Anklage vorausgingen - war ein echter Thriller. Von Anfang an war klar, dass den Angeklagten die Todesstrafe drohte. Die Anklageschrift warf elf Männern die Beteiligung an 222 Sabotageakten vor, mit dem Ziel, Guerillakämpfe in Südafrika zu fördern und einen gewalttätigen Umsturz im Lande sowie die bewaffnete Invasion Südafrikas zu erleichtern: ihre Verschwörung "plane aktiv eine militärische Operation mit feindlicher Absicht."
Nelson Mandelas historische Vier-Stunden-Rede von der Anklagebank ist ein kraftvolles Zeugnis des Moments, in dem er sich die Führerschaft in der Anti-Apartheidsbewegung sicherte.
Film von Pascale Lamche (2004)
