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Wahnsinn Wasserkraft

Flusszerstörung auf dem Balkan

Film von Birgit Hermes

Sendetermine

Mo. 01.01.18, 09.45 Uhr

Zwar gilt Wasserkraft weithin als "grüne" Energiequelle, tatsächlich trägt sie aber massiv zum Verlust wertvoller Naturlandschaften bei. Meist sind kleine Wasserkraftwerke geplant, der jeweiligen Flussbreite angepasst. Jedes Kraftwerk aber beeinflusst die Flussökologie, vor allem an den unberührten Oberläufen. Sind gar nacheinander mehrere Kraftwerke im Flussverlauf geplant, summieren sich die negativen Auswirkungen. Jede Staumauer verhindert die freie Durchlässigkeit für die im Fluss lebenden Tiere.

Davon sind nicht nur Fische betroffen, sondern auch Krebse, Muscheln oder Insektenlarven. Gut gebaute Fischtreppen können die Barriere-Wirkung von Staumauern zwar mildern. Flussabwärts aber folgen die Fische dem Hauptstrom des Wassers und geraten dabei rasch in die Turbinen - eine tödliche Falle für die Tiere.

Vor der Staumauer verringert sich die Fließgeschwindigkeit des Wassers, Sauerstoffmangel entsteht, das Treibhausgas Methan wird frei. Schätzungen zufolge bleibt ein Drittel der Flusssedimente an der Staumauer hängen und fehlt an der Küste. Sturmfluten richten dadurch größeren Schaden an. Unterhalb der Staumauer schädigen oder verhindern wechselnde Wasserstände oder gar Trockenlegung alles Leben. Die gesamte Artenvielfalt ist in Gefahr. Naturschutzverbände schlagen Alarm. Die Flüsse des Balkans gelten als das blaue Herz Europas. Knapp 70 Fischarten kommen nur hier vor - sonst nirgendwo auf der Erde.
Dennoch setzen die Balkanländer fast ausschließlich auf die vielen kleinen Wasserkraftwerke, um den steigenden Strombedarf zu decken. Alternativen wie Windkraft oder Photovoltaik werden so gut wie gar nicht diskutiert, weil es keinen Masterplan für das künftige Energiemanagement gibt. Slowenien als EU-Mitgliedsland hofft zudem, über CO2-neutrale Wasserkraftwerke den erforderlichen Klimaschutzbeitrag leisten zu können. Die anderen Länder müssen sich nicht an EU-Vorgaben halten, können also zum Beispiel Umweltverträglichkeitsprüfungen nach eigenen Richtlinien durchführen oder ganz darauf verzichten.

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