Inhalt
Terror in Kolumbien
Von Geiseln und Rebellen
Die FARC-Rebellen ließen sich irreführen und wurden überwältigt So kam die wohl berühmteste Geisel der Welt frei: Ingrid Betancourt, die ehemalige Präsidentschaftskandidatin, die auch einen französischen Pass besitzt, war nach über sechs Jahren Geiselhaft wieder in Freiheit.
Für einen Moment stand das südamerikanische Land im Mittelpunkt - Kolumbien zählt immer noch zu den gefährlichsten Ländern der Welt. Es geht nicht mehr um Ideologie, sondern nur noch um Bereicherung durch den Handel mit Kokain. Seit fast vier Jahrzehnten kämpft die linksgerichtete FARC-Guerilla gegen die Regierung in Bogotá, mit Überfällen, Morden und Geiselnahmen. Und die Regierung schickt ihre eigenen Mörderbanden in den Kampf gegen die Rebellen. Ganz Kolumbien leidet unter diesem Dauerkonflikt zwischen Guerilla und Paramilitärs.
Sendetermin
Mo, 20.7.09, 12.30 Uhr
Ingrid Betancourt ist wieder frei und wird als Prominente überall herumgereicht – vom französischen Präsidenten bis hin zum Papst. Aber viele hunderte Menschen werden immer noch im Regenwald festgehalten – und von der Weltöffentlichkeit vergessen. Der Krieg scheint in Kolumbien nie zu Ende zu gehen – und das Kokain ist sein mörderisches Schmiermittel. Und so hat sich im Land eine beachtliche Sicherheitsindustrie entwickelt. Mittlerweile wird die Zahl der landesweit beschäftigten Wachmänner und Leibwächter auf bis zu 400 000 Personen geschätzt – das entspricht knapp einem Prozent der Bevölkerung.
Aber es gibt auch positive Ansätze – die einst berühmte berüchtigte Stadt Medellin ist ein Beispiel. Sie hat es geschafft, ihre kriminelle Vergangenheit abzuschütteln und Menschen, die sich noch vor wenigen Jahren bekämpft haben, zu integrieren. Bei unserer Rundreise wird deutlich - Kolumbien bleibt ein extremes Land.
Dokumentation von Stefan Schaaf
