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Sturmwarnung am Bodensee

Unterwegs mit der Wasserschutzpolizei

Film von Sandra Susanka und Rolf Peter Weißhaar

Bei Sonnenschein ist der Bodensee Idylle pur. "Wenn aber Windböen mit über 100 Stundenkilometern über den See fegen, lernt man Respekt zu haben", so Jens L. von der Wasserschutzpolizei. Er und seine Kollegen fahren raus, um Seglern in Seenot zu helfen, egal, wie stark der Sturm und wie hoch die Wellen. Denn der Bodensee trägt seinen Namen "Schwäbisches Meer" zu Recht: Das Wetter kann schnell umschlagen, dann ist der See längst nicht mehr harmlos. "Bei diesen Naturgewalten ist es sehr schwer, die Leute erst mal an Bord zu kriegen", erklärt der 35-jährige Polizist. Oft geht es gut, und dann verspüren die Retter Euphorie. Manchmal kommen sie zu spät, wie bei einem Badeunfall vor Langenargen. Sechs Tote in zehn Tagen gab es allein im Juli. Eine traurige Bilanz, die auch Wasserschutzpolizisten wie Jens L. nicht kaltlässt: "Das schlägt einen auf den Magen und drückt natürlich die Stimmung, aber man muss damit klarkommen in unserem Beruf. Jeder geht am Ende des Tages mit diesem Ereignis nach Hause, aber am nächsten Tag muss man wieder raus aufs Wasser."

Sendetermine

Sa. 04.11.17, 16.30 Uhr

So. 05.11.17, 10.30 Uhr

Di. 07.11.17, 05.30 Uhr

Jens L. fährt mit seinen Kollegen von der Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg Patrouille auf dem Bodensee. Ein Traumjob, sagen viele, und so sieht es auch der 35-Jährige. Die Menschen, mit denen er und seine Kollegen zu tun haben, sind meistens freundlich und entspannt. Wenn sie Freizeitkapitäne kontrollieren, sind die meist einsichtig, zeigen den Beamten geduldig Zulassungen, Feuerlöscher und Rettungswesten. Bei der Sicherheitsausrüstung verstehen die Polizisten keinen Spaß. Wenn Jens L. Kollegen von der Landpolizei trifft, machen die sich gern mal lustig über seinen Job: "Ihr von der Entenpolizei", heißt es dann, "wie viele Enten sind gerade auf dem See? Grüßt die Fischli von uns, wenn ihr sie streichelt", erzählt er und betont: "Denen fehlt aber leider völlig der Einblick, was wir da eigentlich alles machen." Oft arbeiten sie länderübergreifend zusammen mit den Kollegen aus Österreich und der Schweiz. Wie Anfang Juli, als sie zu einem Internationalen Seenotrettungseinsatz vors Schweizerische Wiedehorn gerufen wurden. Mit einer Suchkette versuchten sie, einen 50-jährigen Chinesen, der von einer Yacht aus gebadet hatte, zu finden. Doch die Suche verlief erfolglos.

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