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Myanmar - Leben am großen Strom

Von Bhamo bis Mandalay

Film von Rolf Lambert und Bernd Girrbach

Myanmar, das einstige Birma, hat sich nach fünf Jahrzehnten Militärdiktatur geöffnet und begonnen, demokratische Reformen umzusetzen. Das Land wird von einem Fluss geprägt: dem Ayeyarwady. Er durchfließt über 2.170 Kilometer das Land - als Lebensader, Kulturstifter und zentraler Verkehrsweg. Der Fluss verbindet die wichtigsten historischen Orte Myanmars wie Mandalay, Bagan, Yangon (Rangun) und ist gesäumt von goldglänzenden Stupas, Tempeln und Pagoden. Und nirgendwo sonst in Asien reihen sich so viele buddhistische Klöster auf wie am Ayeyarwady, den die Briten Irrawaddy nannten. Von der Mündung bis fast an die chinesische Grenze ist er schiffbar.

Der Fluss als einzige Verbindung zur Außenwelt

Zur Kolonialzeit befuhr die größte Binnenflotte der Welt den Fluss. Am Mittel- und Oberlauf ist er noch heute oft die einzige Verbindung zur Außenwelt und viel befahren, mit schwer beladenen Lastkähnen und klapprigen Personenfähren. Einen Monat lang fuhren die Autoren Rolf Lambert und Bernd Girrbach auf dem Ayeyarwady.

Arbeitselefanten im Einsatz

Sendetermine

Di. 02.01.18, 04.30 Uhr

Die Kleinstadt Bhamo war schon zu Kolonialzeiten der letzte Außenposten im Norden des Landes und Endstation der Irrawaddy-Dampfer. Bis hierher ist der Fluss schiffbar. Frühmorgens fährt eine altersschwache Regierungsfähre flussabwärts, passiert die zweite Schlucht des Ayeyarwady. Arbeitselefanten sind hier ein alltägliches Bild. Sie werden im Dorf Wei Ma ausgebildet.

George Orwell war als Polizist in Katha stationiert

Nicht weit entfernt wird in einer Mine das Gold des Ayeyarwady geschürft. In Katha, der ersten kleinen Stadt am Oberlauf, verwalteten einst die Briten das gesamte "Obere Burma". Hier war der britische Schriftsteller George Orwell als Polizist stationiert. Frühmorgens legt hier ein privates "Expressboot" ab. Eine 27-jährige Frau ist die Eignerin. Sie fürchtet den gefährlichen Frühnebel, denn der Ayeyarwady ist breit, aber nicht tief. Überall im Fluss lauern Untiefen, die wandern. Gegen Mittag stoppt sie, wie viele andere Boote, an der kleinen Tempelstadt Ti Giang. Deren Bewohner leben davon, für die vielen durchfahrenden Bootspassagiere köstliches Mittagessen zu kochen.

Delfine sind die Kollegen der Fischer

Eine Tagesreise flussabwärts liegt das Dorf Myit Tan Gyi, ein "Delfindorf". Dort hilft eine Population Süßwasserdelfine den Fischern bei der Arbeit. Die Delfine treiben ihnen Fische zu und geben mit der Rückenflosse Zeichen, die Netze zu werfen. Immer wieder sieht man auf dem Fluss große Bambusflöße, auf denen Familien campieren. Ihr Ziel ist Mandalay. Die zweitgrößte Stadt Myanmars und letzte Hauptstadt des birmanischen Königreiches ist zauberhaft umgeben von Tempeln und Klöstern. Hier betreibt Frau San San Shwe, 30, ein Geschäft, das es nur in Mandalay gibt. Ihre "Goldschläger" hämmern jenes hauchfeine Blattgold, das die Buddha-Statuen im ganzen Land verziert.

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