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Mein Ausland: Rio de Janeiro im freien Fall

Die Traumstadt ein Jahr nach Olympia

Film von Thomas Aders

Rio - ein besonders drastisches Beispiel für die wirtschaftliche, politische und soziale Krise, die Brasilien erfasst hat.

30 Jahre lang hatte Gilson de Oliveira Dias einen festen Job als Hilfsarbeiter. Aber nach dem Ende der olympischen Spiele hat die wirtschaftliche Krise praktisch alle Teile der brasilianischen Gesellschaft erreicht. Immer mehr Geschäfte und Läden mussten schließen, auch Gilson verlor im Dezember 2016 seine Anstellung.

Seitdem lebt er auf der Straße, die Mieten sind zu teuer geworden. Weil er Angst davor hat, dass die Behörden ihm seine vierjährige Tochter Kamile wegnehmen, schläft Mutter Helen mit der Tochter so oft bei einer Freundin wie nur möglich. Folge: die Familie ist auseinander gerissen.

Wie Gilson geht es immer mehr Cariocas, den Einwohnern von Rio. Rund 20.000 Menschen sind ins Bodenlose gefallen und sind obdachlos geworden, man sieht sie überall im Stadtgebiet. Gilsons täglicher Weg durch die Stadt auf Arbeitssuche gewährt tiefe und dramatische Einblicke in die ehemalige Traumstadt Rio de Janeiro, die für viele zum Albtraum geworden ist. Nur dank mildtätiger Privatleute bekommen Obdachlose wie Gilson überhaupt zumindest ein Frühstück, vom Staat gibt es keinen Cent, nicht einmal ein Busticket wird bezahlt.

Sendetermin

Di. 10.10.17, 18.00 Uhr

Autobahnen, die zu den olympischen Spielen fertig sein sollten, sind immer noch Baustellen und die meisten der Sportstätten in Rio sind bereits Ruinen, die nicht genutzt werden. Stadt und Land haben nicht einmal das Geld, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Hospitäler können nur noch einen Bruchteil der Patienten behandeln, weil der Staat die Gehälter des Krankenhauspersonals nicht mehr bezahlt, die Menschen streiken und protestieren gegen die Politiker, die auf allen Ebenen immer tiefer im Korruptionssumpf versinken.

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