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Kuckuckskinder

Auf der Suche nach dem richtigen Vater

Über Menschen, die dem größten Familiengeheimnis auf die Spurgekommen sind: ihrer eigenen Herkunft. Experten schätzen, dass in Deutschland jährlich rund 70.000 "Kuckuckskinder" geboren werden - etwa zehn Prozent aller Neugeborenen. Bei ihrer Suche nach ihren leiblichen Vätern stoßen sie auf ein Dickicht aus Schweigen und Abweisung.

Als Jörg S. sieben Jahre alt ist, stirbt sein Vater bei einem Autounfall. Für den kleinen Jungen bricht eine Welt zusammen. Acht Jahre später offenbart ihm seine Mutter, dass der Verstorbene nicht sein leiblicher Vater war. Ein zweites Mal bricht für Jörg alles zusammen.

Sendetermin

Mo, 17.08.09, 13.30 Uhr

"Ein Riesendurcheinander. P. ist nicht mein Vater? Da ist ein anderer? Ich konnte es nicht fassen. Meine Mutter sagte dann: 'Frag nicht weiter, das tut mir weh.' Und ich war ein braver Junge." Fast drei Jahrzehnte ist Jörg "ein braver Junge", er will seiner Mutter nicht wehtun, also ist sein Vater kein Thema mehr.

Erst mit 44 Jahren bittet er seine Mutter, ihm endlich den Namen seines Vaters zu sagen. Sie nennt Jörg den Namen in einem Brief. Doch sie schreibt weiter: "Weißt Du eigentlich, wie es mir dabei geht? Das ist ein Kapitel, das ich gern vergessen habe." Monatelang spricht sie nicht mit ihrem Sohn. Jörg fühlt sich alleingelassen. Er macht sich auf die Suche. "Ich will meinen Vater finden, auch wenn das schwer wird." Alles was er hat, sind Name und Geburtsdatum seines leiblichen Vaters.

Katrin hat als Erwachsene erfahren, dass der Mann, bei dem sie aufwuchs, nicht ihr leiblicher Vater ist. Es war ein Schock für sie und auch eine Erleichterung. "Ich hatte als Kind immer das Gefühl, etwas stimmt nicht, ich bin anders als die Familie um mich herum. Ich habe mich nie richtig zuhause gefühlt." Heute hat sie selbst erwachsene Kinder, steht mitten im Leben. Dennoch lässt sie die Geschichte um ihre Herkunft nicht los. Immer stärker wächst in ihr das Gefühl, sie müsse ihre Wurzeln ausgraben, bevor es zu spät ist. "Mittlerweile habe ich auch Angst, dass mein Erzeuger sterben könnte, bevor ich mit ihm sprechen kann." Denn das ist ihr sehnlichster Wunsch, "einmal mit ihm in Ruhe reden."

Die Dokumentation "Kuckuckskinder" begleitet Menschen, die dem größten Familiengeheimnis auf die Spur gekommen sind: ihrer eigenen Herkunft. Experten schätzen, dass in Deutschland jährlich rund 70.000 Kuckuckskinder geboren werden - etwa zehn Prozent aller Neugeborenen. Bisher wurde das brisante Thema zumeist aus der Sicht der "gehörnten" Väter betrachtet. Die betrogenen Kinder hat niemand gefragt. "37 Grad" begibt sich mit den Protagonisten auf die Suche nach ihren leiblichen Vätern - und nach der Wahrheit. Oft stoßen sie auf ein Dickicht aus Schweigen und Abweisung. Doch sie wollen Antwort auf ihre Fragen finden: Warum wurde ich angelogen? Warum wurde meine Herkunft vertuscht? Wer bin ich wirklich?

Film von Iris Pollatschek und Jörg Telemann

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