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Imperium

Kampf um die Weltmacht

Film von Matthias Unterburg

Nichts veränderte das Gesicht der Welt mehr als das Ausgreifen der Europäer nach Übersee. Mit geradezu lächerlich geringem Aufwand erobern England, Spanien, Portugal und Holland ab dem 15. Jahrhundert immense Territorien, ja sogar ganze Kontinente und drücken ihnen damit bis auf den heutigen Tag ihren Stempel auf. Die Geschichte des Kolonialismus ist eine Geschichte über wagemutige Seeleute, über verwegene Abenteurer auf der Suche nach Ruhm und Reichtum, über gigantische Handelsimperien, aber auch eine Geschichte von brutaler Ausbeutung, Ausrottung oder Versklavung ganzer Völker. In der dritten Staffel von IMPERIUM wirft Maximilian Schell einen Blick auf Glanz und Elend der großen Kolonialmächte und geht der Frage nach, warum sie am Ende scheitern mussten.

Es war ein Reich, in dem buchstäblich die Sonne niemals unterging. Das Britische Empire erstreckte sich einst über nicht weniger als ein Fünftel der gesamten Erdoberfläche. Die Engländer drückten wie kein anderes Volk der Erde einen Stempel auf.

Eine Frau markiert den Anfang britischer Weltherrschaft. Königin Elisabeth I., die "jungfräuliche Königin", regiert um die Mitte des 16. Jahrhunderts mit eiserner Hand. Ihr Reich ist zunächst nur eine verregnete Insel am Rande Europas. Die Lage im Abseits hat aber einen Vorteil: sie zwingt die Menschen auf's Meer hinaus und macht sie zu geschickten Seefahrern.

Sendetermin

Fr. 15.09.17, 05.15 Uhr

Denn der Schlüssel zur einzigartigen Erfolgsgeschichte des "Empire" ist der überlegene technische und logistische Standard seiner Marine, die seit dem 18. Jahrhundert unangefochten die Weltmeere beherrscht. Nordamerika, Australien, Indien, Afrika - Stationen auf dem Weg zum größten Kolonialreich der Geschichte. Der militärischen Vorhut folgen Handelsgesellschaften, die das eroberte Gebiet ausbeuten. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Kolonien. Die Wirtschaft Englands ist am Ende auf Gedeih und Verderb auf die billigen Arbeitskräfte und die unerschöpflichen Absatzmärkte seiner überseeischen Besitzungen angewiesen - allen voran Indien, die Kronkolonie, in der ein britischer Vizekönig über zehnmal mehr Untertanen regiert als der Monarch in London.

War das der Grund, woran das mächtigste Imperium der Geschichte scheiterte? Weil die Kosten für die militärische Absicherung der lebensnotwendigen Kolonien ins Unermessliche stiegen? Oder lag es letztlich an einem Umschlagen der politischen Meinung in England selbst? Denn das Kolonialsystem beruhte nicht zuletzt auf der Idee von der Überlegenheit der weißen Rasse - eine Ideologie, die in der Moderne nicht mehr aufrecht zu erhalten war.

Auch am Ende der glanzvollen Epoche Englands steht eine Monarchin: Queen Victoria, eine der mächtigsten Frauen der Geschichte. Unter ihrer Herrschaft hat das Empire seine größte Ausdehnung erreicht. Aber unter ihrer Herrschaft machte auch erstmals ein politischer Agitator von sich reden: Mahatma Gandhi. Seine Strategie des zivilen Ungehorsams führte Indien in die Unabhängigkeit und machte den charismatischen Asketen zur Symbolfigur für das Ende des Kolonialismus.

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