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Historische Ereignisse

Vor 100 Jahren: Proklamation der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR) (25.01.1918)

So. 21.01.18, 00.00 - 03.00 Uhr, Wdh. Mi. 24.01.18, 03.00 Uhr, Fr. 26.01.18, 04.15 Uhr

Am 25. Januar des Jahres 1918, nur kurz nach der Oktoberrevolution, wurde die Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR) ausgerufen. Nach Ende des russischen Bürgerkriegs wurde im Dezember 1922 aus der RSFSR und anderen sowjetischen Staaten unter der Führung Lenins schließlich die Sowjetunion, die fast 70 Jahre bestehen sollte. Nach Lenins Tod 1924 übernahm Josef Stalin die Führung der UdSSR. Die Sowjetunion gehörte zu einem der vier Siegermächte im zweiten Weltkrieg, baute aber nach und nach den "eisernen Vorhang" auf, nachdem es zu Spannungen mit den anderen Siegermächten gekommen war. Es war der Beginn des jahrzentelangen Kalten Kriegs, einem militärischen Wettrüsten gegen die USA. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands und somit Wegfall der DDR 1990 wurde die UdSSR immer mehr geschwächt, sodass sie nach einem gescheiterten Putschversuch 1991 schließlich zerbrach und die RSFSR als Russische Förderation wieder unabhängig wurde.


ca. 00.00, 14.00, 03.00 & 04.15 Uhr:
Lenin

Drama eines Diktators
Film von Ullrich Kasten und Hans-Dieter Schütt

Sein Name ist untrennbar mit der russischen Oktoberrevolution 1917 verbunden. Er schuf die Sowjetmacht. Als er 1924 starb, hinterließ er dem 20. Jahrhundert eine neue Art des Despotismus: die Diktatur seiner Kaderpartei. Wladimir Iljitsch Uljanow, der unter dem Namen Lenin berühmt und berüchtigt wurde, wollte die Monarchie fällen, Russland modernisieren und den Sozialismus über den Erdball verbreiten. Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands eroberte unter Lenins Führung in der russischen Oktoberrevolution 1917 die Macht. Er wollte die Völker befreien und verfiel doch auch nur dem uralten Götzen unkontrollierbarer Macht - und er opferte dieser Macht ungerührt Millionen Menschenleben.


ca. 01.30, 15.30, 04.30 & 05.45 Uhr:
Stalins Tod

Das Ende einer Ära
Film von Jürgen Ast und Martin Hübner

März 1953: Stalin ist tot. Einen Tag später liegt er aufgebahrt im offenen Sarg. Über 1,5 Millionen Menschen machen sich auf den Weg durch Moskau, wollen Abschied nehmen von einem "Gottgleichen" - von ihrem "Väterchen", vom "größten Menschen der Epoche". Drei Tage dauern die Trauerfeierlichkeiten. Die Verzweiflung steht den Menschen ins Gesicht geschrieben. Die Zeit scheint stehen zu bleiben, als der ganze Ostblock in fünf Schweigeminuten seinem toten Führer gedenkt, als der Sarg in das Mausoleum auf dem Roten Platz getragen wird. Wie soll, wie kann es weitergehen ohne Stalin? Was wird kommen? Ein Vakuum ist mit Stalins Tod entstanden.

Der Film erzählt von den letzten Tagen in Stalins Leben, von seinem Sterben. In den Morgenstunden des 2. März 1953 in Stalins geheimer Datscha in Kunzewo am Rand von Moskau. Weder die Leibwächter noch die engsten Mitstreiter sind auf den Ernstfall vorbereitet, als der wachhabende Offizier meldet, er habe Stalin bewusstlos im Arbeitszimmer vorgefunden. Wann ihn der Schlag getroffen hatte, konnte niemand genau sagen, denn der Wache war es untersagt, Stalin zu stören. "Stalins Tod“ zeigt aber auch die Geschichte des mörderischen Machtkampfes im Kreml, der sich anschloss. Nikita Chruschtschow war es, der beim Kampf um die Stalin-Nachfolge - zur Überraschung vieler - triumphierte. Der hoch gehandelte und gefürchtete einstige Geheimdienstchef Berija dagegen endete 1953 vor einem Erschießungskommando.

Die Dokumentation erzählt sechzig Jahre nach dem Tod des Diktators von einem einzigartigen historischen Umbruch in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Das Widersprüchliche, das Bizarre und Absurde der damaligen Ereignisse kommen zum Vorschein. Das Jahr 1953 hat die Geschichte der Sowjetunion und des Ostblocks nachhaltig geprägt.


ca. 02.15, 16.15, 05.15 & 06.30 Uhr:
Was wurde aus der Sowjetunion?

Film von Artem Demenok

Die Sowjetunion ist tot. Der größte Flächenstaat der Erde trat am 25. Dezember 1991 recht leise von der Bühne ab, keine Revolution, kein Blutvergießen. Man hat ihn einfach für aufgelöst erklärt. Aber nicht alle in den ehemaligen Sowjetrepubliken waren darüber glücklich. Der Zerfall des Imperiums wird besonders in Russland als Verlust empfunden - bis heute. Wladimir Putin bezeichnet ihn als "die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts". Ohne Imperium gibt es anscheinend für Russen keinen Nationalstolz. Man nennt so etwas "Phantomschmerz". Er trägt dazu bei, dass nach den Jelzin-Jahren ein restaurativer Geist in Russland eine Renaissance erlebt. Aber träumt Putin wirklich von einer Neuauflage des Imperiums, von einer "Sowjetunion light"? Und überhaupt - wieviel Sowjetunion steckt noch in Russland und in anderen postsowjetischen Staaten?

Drei Hauptakteure der Abschaffung der Sowjetunion erzählen nicht nur davon, wie es dazu kam. Sie reflektieren auch das Leben auf den Trümmern des Sowjetimperiums und die schwere Last des Sowjeterbes. Gennadij Burbulis galt 1991 als graue Eminenz des russischen Präsidenten Jelzin, Stanislaw Schuschkewitsch war Vorsitzender des Obersten Rats der Sowjetrepublik Weißrussland und Leonid Krawtschuk - der erste Präsident der unabhängigen Ukraine.

Intellektuelle, Oppositionelle und Vertreter des "alten Geistes" runden das Bild ab. Maria Gaidar, die Tochter des russischen Reformarchitekten Jegor Gaidar und Kreml-Gegnerin, ging in die Ukraine, um dort den politischen Wandel mitzugestalten.

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