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Historische Ereignisse

Kindheit in der Nachkriegszeit

So. 07.01.18 00.00 & 14.00 Uhr, Wdh. Mi. 10.01.18 03.00 Uhr & Fr. 12.01.18 03.45 Uhr

1945, das Ende des Zweiten Weltkriegs - was in oberflächlicher Betrachtung zunächst positiv klingt, war vor allem für Kinder eine schwierige Zeit. Für sie bedeuteten der Krieg und seine Nachwirkungen vor allem Trennung, Flucht und Vertreibung, viele verloren einen oder beide Elternteile. Obwohl offiziell Frieden herrschte, mussten Kinder noch gegen Hunger und Kälte ums nackte Überleben kämpfen.

Erst nach und nach stabilisierte sich die Lage in Deutschland. Die Kinder lernten, in Schutt und Asche zu spielen und halfen beim Wiederaufbau von Schulen, um überhaupt Unterricht haben zu können. Doch wie genau sah die Kindheit in der Nachkriegszeit aus? Phoenix beleuchtet die Zeit nach 1945 mit vier spannenden Dokumentationen und zeigt anschaulich, mit welchen äußeren Umständen Kinder nach dem Krieg zu kämpfen hatten.

Darin die Dokumentationen:

03.45 Uhr:
Wir Nachkriegskinder (1/2): Zeit des Aufbruchs
Ein Film von Peter Hartl und Peter Adler

Sie ist die Generation, die unser Land bis heute prägt. Als Kinder haben sie den Krieg überstanden, an der Seite ihrer Mütter Bombennächte, Flucht und Vertreibung, die Befreiung der NS-Lager erlebt. Sie fanden sich 1945 wieder in einem Trümmerland, das den Anschein erweckte, als würde es noch Jahrzehnte in vieler Hinsicht am Boden zerstört bleiben.

Die zweiteilige Dokumentation zeichnet die bewegten und aufregenden Jahre des Aufbruchs am Beispiel prominenter Erfahrungsberichte nach, die Einblicke in kaum bekannte Kindheitsgeschichten bekannter Persönlichkeiten eröffnen.

04.30 Uhr:
Wir Nachkriegskinder (2/2): Zeit der Wunder
Ein Film von Annette Koehler und Jobst Knigge

Im Jahrzehnt darauf erfuhr Westdeutschland eine unerwartet rasche Blüte, im Osten des Eisernen Vorhangs entwickelte sich die DDR zu einem sozialistischen Musterstaat. Hüben wie drüben richteten die Menschen die Blicke nach vorn und selten zurück. Es galt, sich neu einzurichten und die Schatten der Vergangenheit dabei auszublenden. Viele Kinder der Zeitenwende hatten Traumatisches erlebt, über das sie lange nicht sprechen durften oder konnten.

05.20 Uhr:
ZDF-History: Die Kinder des 20. Juli
Ein Film von Annette Baumeister

Als am 20. Juli 1944 das Attentat auf Hitler misslingt, jagen die Nationalsozialisten nicht nur die Widerstandskämpfer, auch ihre Kinder und Enkelkinder stehen auf der Fahndungsliste des Regimes. Sie werden ihren Familien entrissen, strikt nach Altersgruppen und Geschlecht getrennt und in ein Kinderheim nach Bad Sachsa geschafft. Geschwisterkinder dürfen einander nicht mehr sehen. Fotos und Kuscheltiere müssen sie abgeben. Deutsches Liedgut und Fahnenhissen stehen auf dem Programm. Was mit ihren Eltern ist, wissen sie nicht. Viele von ihnen kommen erst ein knappes Jahr nach ihrer Entführung wieder frei. Erst dann können ihre Mütter sie wieder in die Arme schließen. Ihre vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilten Väter werden sie nie wieder sehen. 70 Jahre nach dem Attentat auf Hitler reden die "Kinder des 20. Juli" in ZDF-History erstmals offen über ihre traumatische Erlebnisse, die viele für ihr Leben prägten.

06.00 Uhr:
Geboren hinter Gittern: Kinderschicksale in der Nachkriegszeit
Ein Film von Hans-Dieter Rutsch

Im NKWD-Lager in Sachsenhausen waren 1948 auf Befehl der sowjetischen Besatzungsmacht alle Mütter mit Kindern aus NKWD-Lagern und Gefängnissen zusammengefasst. Wie viele Frauen aus Jamlitz, Buchenwald, Mühlberg, Torgau, Ketschendorf oder Fünfeichen in Sachsenhausen ankamen und mit ihren Säuglingen in den Häftlingsbaracken um ihr Überleben kämpften, ist bis heute nicht bekannt. Auch nicht, wie viele diesen Kampf verloren haben.

Mindestens dreißig Kinder kamen am 11. Februar 1950 zusammen mit ihren Müttern und über eintausend Frauen mit einem Transport aus dem NKWD-Lager Sachsenhausen in dem völlig überbelegten Frauengefängnis Hoheneck an. Neugeborene durften nur einige Monate bei ihren Müttern bleiben, bevor sie getrennt und in Kinderheime der DDR abgeschoben oder versteckt wurden. Keines dieser Kinder wurde zuvor standesamtlich registriert. Notizen in den Gefängnisunterlagen existieren - wenn überhaupt - nur zufällig.

Wie Mütter und Kinder die Geburt ohne Hebamme und Arzt überstanden haben, ist heute schwer nachzuvollziehen. Wie groß die Zahl der geborenen Kinder tatsächlich ist, ist bis heute unklar. Zu gründlich sind die Spuren von Wachpersonal, Volkspolizei und Staatssicherheit verwischt worden. Seit 1997 kommen die Betroffenen regelmäßig zusammen, haben gemeinsam ihre bis dahin unsichtbare frühe Kindheit recherchiert und verglichen.

Jahr für Jahr fügen sie dem bis heute noch immer unvollständigen Puzzle kleine und große Details hinzu und machen Entdeckungen. Dabei spüren sie, dass ihr Leben bis jetzt gezeichnet ist von dem Leben hinter Gittern und der Zeit, als sie Spielball der Politik waren. Die damals junge Staatssicherheit hatte entdeckt, dass die Existenz dieser namenlosen "Landeskinder" - so lautete zeitweise die amtliche Bezeichnung in den Kinderheimen - eine Chance war, Frauen für verschiedenste Aufgaben langfristig zu "gewinnen".

Dazu gehörte sowohl die Spitzeltätigkeit in der DDR als auch die Spionage im Westen. Einige Frauen verpflichtete der KGB. Das blieb nicht ohne Folgen, die bis in die Gegenwart reichen. Die Dokumentation beschreibt, wie diese nahezu unvorstellbaren Lebenswege den heutigen Alltag prägen, wie Ehepartner und Kindeskinder in dieses ungewöhnliche Leben "eingeweiht" wurden und heute darüber reflektieren.

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