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Geschichte Mitteldeutschlands (2/2)

Margot Honecker und die verbotene Liebe

Film von Steffen Jindra

Stark, hart und unnahbar. Verehrt von den einen, gefürchtet von den anderen: Margot Honecker. ZK-Mitglied, Ministerin für Volksbildung und Gattin des Generalsekretärs. In den 1970er und 1980er Jahren ohne Zweifel die mächtigste Frau der DDR. Eine Frau mit sozialistischer Bilderbuchkarriere. Intelligent und attraktiv. Eine Frau, die der Partei treu ergeben ist und sich strikt an deren Regeln hält. Mit einer Ausnahme: ihrer Liebe zu Erich Honecker. Einer verbotenen Liebe, die ihr nicht nur den Hass ihrer Konkurrentin einbringt, sondern auch den Zorn vieler Genossen. Einer Liebe, die ihre Karriere fast schon beendet, bevor sie richtig beginnt.

„Ich bin sicher, dass Du nie von meiner Seite weichen wirst – auch wenn ich notfalls wieder als Dachdecker arbeiten müsste.“ Das schrieb Erich Honecker Anfang der 1950er Jahre in einem Brief an seine Geliebte Margot Feist, die damals anderthalb Jahre zum Studium in Moskau weilte. Offiziell eine Auszeichnung für die Genossin Feist, diente der Aufenthalt in der Sowjetunion eigentlich dazu, den verheirateten Erich Honecker und seine Geliebte voneinander zu trennen. Erich kümmert sich derweil um die wenige Monate alte Tochter. Und er sollte mit diesen Zeilen Recht behalten – bis zu seinem Tod im chilenischen Exil steht Margot treu an seiner Seite.

Sendetermine

Sa. 13.01.18, 21.00 Uhr

So. 14.01.18, 04.30 Uhr

So. 14.01.18, 07.30 Uhr

So. 14.01.18, 19.15 Uhr

Der Film erzählt von den Anfängen dieser Liebesbeziehung und führt zurück in die Zeit, als Margot Honecker noch Margot Feist hieß. Im Jahr 1946, im ersten Nachkriegsjahr, begann die gebürtige Hallenserin ihre berufliche Laufbahn als Funktionärin der Freien Deutschen Jugend. Im selben Jahr lernt sie auch Erich Honecker, damals Chef der FDJ, und dessen Stellvertreterin und spätere Ehefrau Edith Baumann kennen. Honecker ist schon bald ihre große Liebe, Edith Baumann ihre Widersacherin im Kampf um den Geliebten. Aus der Perspektive Margots wird der Dreieckskonflikt zwischen ihr, dem 15 Jahre älteren Erich Honecker und dessen damaliger Ehefrau erzählt.
Aufstieg zur Macht

Es ist zugleich die Geschichte ihres sozialen Aufstiegs ins Machtzentrum der jungen DDR. Denn die junge Margot Feist hatte viele Eigenschaften, die sie für eine Parteikarriere in der DDR prädestinierten, meint der Historiker Martin Sabrow: „Sie zeigt, dass man sich für dieses neue Staatswesen begeistern kann und dass man das auch in Schönheit tun kann, dass man es in Frische tun kann, in Unbefangenheit, in Natürlichkeit. All das scheint sich in Margot Feist wie in einer Ikone zu versammeln. Und solche Ikonen stiften natürlich auch Karrieren.“

Für ihre Liebe setzt Margot Feist jedoch ihre Karriere auf Spiel und hält an der Beziehung zu Erich Honecker fest. Gegen alle Widerstände wird sie schließlich doch Frau Honecker und die mächtigste Frau der DDR. Die Demütigungen wird sie jedoch niemals vergessen. Der Film bringt uns die starke und scheinbar unnahbare Margot Honecker näher, zeigt sie von ihrer verletzlichen Seite zeigt. Es ist die Entdeckung des Menschen Margot Honecker in einer Zeit, als von der mächtigen und gefürchteten "Frau Minister" noch keine Rede ist.

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