Inhalt

Thema: Bedrohung Nordkorea

Do. 05.10.17, 14.45 - 16.00 Uhr

Aktuelles, Gespräche, Dokumentationen

Ein Universum für sich. Ein Land zwischen China, Russland und Süd-Korea und dennoch so isoliert wie die Osterinseln im Pazifik: Nordkorea. Vom Spielball der Großmächte während des Kalten Krieges hat sich der Staat zum Aggressor auf der politischen Weltbühne entwickelt. Über ein Land im Ausnahmezustand spricht phoenix-Moderatorin Mareike Bokern mit Hans-Jürgen Hilpert, Leiter Forschungsgruppe Asien der Stiftung Wissenschaft und Politik, und Bernd Göken, Geschäftsführer Cap Anamur. Aus Singapur zugeschaltet wird überdies ARD-Korrespondent Philipp Abresch.

Moderation: Mareike Bokern

Darin die Dokumentation:
Nordkorea zwischen Führerkult und Autoscooter

Im Märchenland des jungen Kim
Film von Carmen Butta

"Erst wenn der Geliebte General mit meiner Arbeit zufrieden ist, werde ich mich um Heirat und mein privates Glück kümmern", so Ri Hui Ran. Die nordkoreanische Arbeiterin in einem Staatsbetrieb steht zwischen riesigen hellblauen und rosafarbenen Stoffballen, aus denen sie Unterhosen fertigt. Wie alle Interviewpartner in der Dokumentation wurde sie vom nordkoreanischen Kultusministerium ausgewählt mit dem ausländischen Fernsehteam zu sprechen, das im Herbst vergangenen Jahres durch Nordkorea reisen durfte.

Zehn Tage lang konnte die Filmemacherin Carmen Butta mit ihrem Team in diesem Staat drehen, der seine Grenzen nur selten für Blicke von außen öffnet und aus dem immer erschreckendere Informationen dringen. Arbeitslager, Massenexekutionen, weitere Raketentests.

Den eingeladenen Journalisten präsentierte das Regime ein anderes und doch entlarvendes Bild von sich: eine Delfin-Show zum Vergnügen der Hauptstädter, Picknick im Park, Touristen im schönen Kumgangsan-Gebirge, der Hauptstadt-Friseursalon, Kinder, die in irritierender Perfektion vortanzen und singen. Und doch scheint die Diktatur durch jedes einzelne der zahlreichen Interviews durch. Die ausgewählten Gesprächspartner preisen ihren "geliebten General" Kim Jong Un, beteuern, es fehle ihnen weder an Religions- noch Meinungsfreiheit, halten Nordkorea für das glücklichste Land der Welt.

Der Film bietet Bilder, wie man sie aus Nordkorea noch nie gesehen hat. Er zeigt, dass Kim Jong Un mit aller Macht versucht, die Mittelschicht des Landes bei Laune und so bei der Stange zu halten und wirft dadurch die Frage nach der Zukunft dieses Regimes auf. Wie lange wird es dauern, bis die eingeschmuggelten Filme aus Südkorea, Informationen über andere Orte auf der Welt, Geschichten von Flüchtlingen, die Nordkoreaner auf die Idee bringen könnten, dass ihnen im "besten Land der Welt" vielleicht doch etwas fehlt.

Seite Drucken nach oben

Fußzeile


 
Top | Zurück