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Traumstädte (3/3)

Paris - Europas Elegante

Paris: die Stadt der Liebe, des Luxus, des guten Essens. Doch die Traumstadt hat ihre Kehrseite: Paris ist auch eine unbarmherzige Klassengesellschaft. Stephan Merseburger, ZDF-Korrespondent in Paris, ist mittendrin. Er zeigt das edle Paris, und er beleuchtet Paris von ganz unten. Eine Gratwanderung zwischen Himmel und Hölle, Mythos und Wirklichkeit.

Sendetermin

Mi, 10.03.10, 02.15 Uhr

Die Wohnungen sind so albtraumhaft teuer, dass besser verdienende Mittelstandsfamilien in die Vororte fliehen, erzählt Immobilienmakler Cyrill Ferand. Paris wird zu einem Ghetto der Reichen, wenn das so weiter geht.

Die kanadische Studentin Meaghan Barret zum Beispiel teilt sich ihr 15 Quadratmeter Appartement mit einer Freundin aus Amerika. Das kostet sie stolze 800 Euro im Monat. Sie ist trotzdem glücklich, in Paris studieren zu können.

Anderen Damen geht es besser. Im Lido, dem berühmten Cabaret auf den Champs Elysées, tanzen zurzeit drei deutsche Schönheiten, darunter Elena Maier. Deutsche in Pariser Cabarets haben Tradition, die Kessler-Zwillinge begeisterten hier in den 70er Jahren.

Die Boutiquen von Dior, Chanel, Prada und Gucci werden in normalen Verkaufszeiten fast ausschließlich von Reichen und Ausländern bevölkert. Zwei Mal im Jahr ist Ausverkauf. Dann beginnt die Schnäppchenjagd. Zehn Wochen im Jahr, im Sommer und im Wnter, werden die Träume von Schönheit und Exklusivität einigermaßen erschwinglich. Doch das Beste ist meist schon weg. Denn für Eingeweihte und Verlesene gibt es vorher den Privatausverkauf. Klassengesellschaft Paris.

Wenn in Paris etwas in ist, dann ist es gleich teuer und exklusiv. Anders als in Berlin oder New York. Die Gebrüder Costes haben erst ein Hotel eröffnet, dann folgten Restaurants und Cafés an den schönsten Plätzen der Stadt. Sie geben weltweit erfolgreiche "Lounge-Music" heraus. Das alles hat sehr viel Klasse und bringt viel Geld ein, originell ist es aber nicht.

Apropos Geld. Mamodou ist ein "Sans-Papiers" aus Mali, ein illegaler Einwanderer ohne Papiere. Er arbeitet in der Küche in einem der schicken Restaurants der Costes. 50 Stunden die Woche und mehr, für den Mindestlohn, also keine 1.300 Euro im Monat. Zehntausende Afrikaner arbeiten illegal in den Pariser Restaurants, ihre gefälschten Aufenthaltsgenehmigungen kaufen sie. Und sie zahlen sogar Sozialabgaben und Steuern, denn Ärger mit dem Staat können sie sich nicht leisten.

Paris, sagen Kritiker, drohe zum Museum zu werden. Für Reiche und Ausländer. Putzfrauen, Müllmänner, Taxifahrer, aber auch junge Kreative können sich Paris kaum noch leisten. Damit gehe der Charakter verloren. Und die soziale Mischung.

Ein Film von Stephan Merseburger

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