Inhalt

Russlands Küsten - Russlands Sehnsucht (2/3)

Durch Feuer und Eis – Mit Dietmar Schumann im vergessenen Osten

Film von Dietmar Schumann

Russland ganz weit im Osten. Die meisten Menschen, die hier angesiedelt wurden, um Russlands Ruhm und Reichtum zu mehren, haben die Hoffnung auf ein menschenwürdiges Dasein längst aufgegeben. Wie überall im Land, warten sie auf einen Erlöser. Dass dieser nicht aus Moskau kommt, davon sind die meisten hier überzeugt.

Wie leben die Russen und die Ureinwohner heute an der langen Ostküste des Reiches? Von jedem Ort auf unserer Reise, die von der Halbinsel Tschuchotka über die Halbinsel Kamtschatka und die Insel Sachalin bis auf die Kurilen führt, gelangt man wesentlich schneller und bequemer in die USA, nach China, Korea oder Japan, als nach Moskau. Präsident Putin und der Kreml sind für die Menschen in Wladiwostok und Petropawlowsk weiter weg als Seattle, Tokio oder Seoul. Auch Hilfe erhalten sie oftmals schneller von den Nachbarn im Osten und im Süden als von den Machthabern in der russischen Hauptstadt, die 11.000 Kilometer entfernt im Westen liegt.

Wir besuchen das Volk der Korjaken im Norden von Kamtschatka - eine vom Aussterben bedrohte Volksgruppe. Kamtschatka, das sind Feuer und Eis, Vulkane und Gletscher. Eine der landschaftlich schönsten Gegenden Russlands und Heimat der großen Braunbären.

Die Insel Sachalin: Stützpunkt der Pazifik-Fischer, die von hier aus auf Lachsfang gehen. Schneller reich als die Fischer auf ihren von Rost zerfressenen Booten werden die Besitzer der Erdöl-Plattformen vor der Küste.

Sendetermin

Mo, 28.01.13, 06.00 Uhr

Die Hauptstadt von Russland-Fernost ist Wladiwostok. "Beherrsche den Osten" heißt das. Eine gewaltige Seestreitmacht hatten die roten Zaren zur Zeit der Sowjetunion hier stationiert, um die Meere zu kontrollieren. Heute rosten die mit Atomwaffen bestückten Einheiten vor sich hin. Doch wer an diesem Denkmal rüttelt, wird bestraft. Kapitän Grigori Pasko, ein Militärjournalist, wurde zu vier Jahren Haft verurteilt, weil er öffentlich machte, dass die Kommandanten der ruhmreichen Roten Flotte ihren atomaren Müll im Meer entsorgen. Unsere Reise endet auf dem Südarchipel der Kurilen, wo Fischer, Meteorologen, Lehrer, Schüler und der Bürgermeister auf den nächsten Besuch aus Japan warten. Einmal im Jahr kommen die Nachbarn aus Hokkaido vorbei, bringen Treibstoff für die Dieselstation, Schreibhefte für die Schule und ein neues Motorboot für die Fischer.

Seite Drucken nach oben

Fußzeile


 
Top | Zurück