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Mythen der Südsee (3/5)

Mauis Ordnung

Film von Thorolf Lipp

Die Mythologie der Polynesier kennt kaum eine wichtigere Gestalt als Maui, ein Heros mit übermenschlichen Kräften, Entdecker unbekannter Inseln, Erbauer gigantischer Monumente und Schöpfer überlebenswichtiger natürlicher Kräfte und Ressourcen.

Zu sein wie Maui, nämlich schlau, unerschrocken und todesmutig, ist für die Polynesier bis heute erstrebenswert. In Samoas Hauptstadt Apia unterzieht sich der junge Esau seiner bislang schwersten Prüfung, denn er erhält das "pe’a", die traditionelle samoanische Tätowierung. Am Ende einer langen Woche voller Schmerzen wird ein Großteil seines Körpers mit kunstvollen Mustern und Symbolen bedeckt sein.

Sendetermin

Do, 04.07.12, 02.15 Uhr

Die Motive der samoanischen Tätowierung berichten von den gefährlichen Entdeckungsreisen der ersten Polynesier und erzählen daher auch von Maui. Aber Maui ist keineswegs nur ein kraftstrotzender Draufgänger, im Gegenteil. Im Mythos von "Sina und dem Aal" tritt der wandlungsfähige Held in Gestalt des Mädchens Sina auf. Diese wird von einem riesigen Aal bedrängt, den sie schließlich köpfen lässt. Aus dessen Kopf wächst später die erste Kokospalme heran, die wichtigste Nutzpflanze Ozeaniens und ein Geschenk Mauis an die Menschen.

Auch in Tonga, südlich von Samoa, stößt man überall auf Mauis Spuren. Mythen berichten, dass Maui die tonganischen Inseln mit Hilfe eines magischen Angelhakens aus dem Meer fischte und auf der Hauptinsel Tongatapu das "Ha’amonga a Maui" erbaute, einen monumentalen Torbogen, der aus drei riesigen Korallenblöcken errichtet wurde.

Maui ordnete die Welt der Polynesier. Sie dankten es ihm, indem sie Gestirne nach ihm benannten, ihre Körper nach seinem Vorbild schmücken und seine Geschichten bis heute bewahren.

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