Inhalt

Konrad Adenauer

Der Patriarch vom Rhein

Zunächst als Oberbürgermeister von Köln auf lokaler Ebene, später als Bundeskanzler: Konrad Adenauer hatte den Westen fest im Blick. Mit seinem Beschluss, die Bundesrepublik auf Dauer an den Westen zu binden, schrieb er Weltgeschichte.

Auch ein kränklicher Junge kann 91 Jahre alt werden. Ein Student kann die Promotion abbrechen und trotzdem 24 Doktortitel bekommen. Man kann sich kleine Ziele setzen, an seinen Aufgaben wachsen und am Ende der Größte sein.

Kaum einen Namen verbindet man so sehr mit dem Begriff "Westen" wie den von Konrad Adenauer. Er war nicht nur der große Kanzler, der mit seinem Leitsatz der Westintegration die politische Richtung der neu geschaffenen Bundesrepublik vorgab. Er setzte sich auch vor dem Krieg als Kölner Oberbürgermeister gegenüber dem zentralistischen Preußen stets für eine Stärkung des Westens ein, insbesondere des Rheinlandes.

Geboren wurde Adenauer am 5. Januar 1876 in Köln. Dort wuchs er in bescheidenen Verhältnissen auf. Durch die Heirat in eine der bedeutendsten Familien seiner Heimatstadt bekam er Anfang des letzten Jahrhunderts Zugang zu den höheren Kreisen und nutzte diesen für eine rasante Karriere in der Stadtverwaltung. 1917 begann seine Laufbahn als jüngster und gleichzeitig bestbezahlter Oberbürgermeister des ganzen deutschen Reiches.

Sendetermine

Di, 19.05.09, 01.30 Uhr

Durch seine ehrgeizigen Projekte machte er Köln in kurzer Zeit von einer Provinzstadt zur bedeutenden Metropole. Erst als er es wagte, den Nazis die Stirn zu bieten, war seine Karriere zu Ende. Adenauer musste fliehen, mehrfach den Wohnort wechseln und baute sich schließlich in Rhöndorf einen goldenen Käfig. Hier stand er unter ständiger Beobachtung. Er war schon auf der Liste für das KZ Buchenwald, da rettete ihn ausgerechnet einer seiner kommunistischen Gegner aus der Stadtverwaltung.

Nachdem ihn die Amerikaner wieder zum Oberbürgermeister in einem zerstörten Köln gemacht hatten, sah es zunächst so aus, als würde sein Leben nach der Diktatur dort anknüpfen, wo es 1933 aufgehört hat. Als jedoch die Briten die Stadt übernahmen, entließen sie ihn nach nur kurzer Zeit aus dem Amt.

Adenauer orientierte sich neu und begann sein zweites Leben, das ihn zum CDU-Vorsitzenden und 1949 - mit 73 Jahren - zum Bundeskanzler machen sollte. Erst 14 Jahre später trat er nach drei Wiederwahlen von seinem Amt zurück, kurz nachdem er und de Gaulle in Paris den Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit unterzeichnet hatten. 1966 gab er auch den Bundesvorsitz der CDU auf; 1967 starb er.

Film von Lothar Schröder

Seite Drucken nach oben

Fußzeile


 
Top | Zurück