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Die Ritchie Boys

Ein Team der "Ritchie Boys" am 8. Mai 1945: Guy Stern, Walter Sears und Fred Howard, v.l.n.r. (Quelle: PHOENIX/WDR/TANGRAM Filmproduktion)
In Camp Ritchie, Maryland, durchliefen sie ein Trainingsprogramm, das sie auf den Einsatz in Europa vorbereitete. Ihre Aufgabe: den Gegner auszuforschen, zu verunsichern, zu demoralisieren und schließlich zur Kapitulation zu bringen. Der Einsatz der Ritchie Boys verkürzte den Krieg entscheidend und rettete vielen Soldaten auf beiden Seiten das Leben.
Die Überlebenden der Richtie Boys-Einheit sind heute über 80. Den Krieg haben sie nie vergessen. In Christian Bauers Dokumentarfilm wird ihre Geschichte erstmals erzählt - von ihnen selbst und mit kaum bekanntem Archivmaterial.
Sendetermine
Do, 21.01.10, 20.15 Uhr
Fr, 22.01.10, 06.30 Uhr
Fr, 22.01.10, 18.30 Uhr
"Eigentlich denkt man, man weiß über den Zweiten Weltkrieg alles Wesentliche. Aber dann taucht plötzlich so eine Geschichte auf, von der man noch nie etwas gehört hat, die Geschichte von Menschen, die zwischen den Kulturen standen, gegen ihr eigenes Heimatland kämpften.... Da wurden Biografien durcheinander gewirbelt, da trafen sich Leute, die sich sonst nie getroffen hätten", sagte der Film- und Buchautor Christian Bauer, der zwei Jahre lang für seinen aufregenden Film recherchierte.

Die "Ritchie Boys": Victor Brombert (l.u.), Literaturprofessor (Princeton), Fred Howard (l.o.), Geschäftsmann (New York), Si Lewen (r.o.), Künstler (New Paltz) und Guy Stern (r.u.), Professor für Germanistik (Detroit). (Quelle: PHOENIX/WDR/TANGRAM Filmproduktion)
Zu den Männern, die in Camp Ritchie ausgebildet wurden, gehörten so bekannte Persönlichkeiten wie der Journalist und Bestseller-Autor Hans Habe, Thomas Manns Sohn Klaus, der Schriftsteller Stefan Heym, der Prager Regisseur Hanus Burger oder David Robert Seymour, Mitbegründer der Fotoagentur Magnum. Als die USA in den Krieg eintraten, wurden die Ritchie Boys, wie sie sich mit Stolz nannten, zu einer entscheidenden Waffe, denn niemand kannte den Feind, seine psychische Befindlichkeit und seine Sprache besser als sie.
Viele der Richtie Boys machten nach dem Krieg Karriere in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Der Krieg war für sie oft nur eine kurze und in vielen Fällen nicht einmal die wichtigste Phase in ihrem Leben. So hatten sie auch kein Interesse an Veteranenverbänden oder Wiedersehensfeiern. Die Richtie Boys waren Individualisten im besten Sinne.
Ein Film von Christian Bauer
