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Deutsche Bundeskanzler
Helmut Schmidt - Mein Leben

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt 2003 (Quelle: ap)
Durch glückliche Umstände blieb während der Nazi-Zeit, in der Schule wie in der Militärzeit verborgen, dass Helmut Schmidt entsprechend den Nazi-Begrifflichkeiten ein so genannter "Vierteljude" war.
Immerhin ging er bedenkenlos - mit Notabitur der Hamburger Lichtwark-Schule versehen - zum Militär, meldete sich sogar freiwillig zur kämpfenden Truppe, "weil ich mit einer Uniform herumlief, auf der keinerlei Kriegsorden waren. Und dafür habe ich mich ein wenig geschämt." So gesehen ist erklärbar, dass es dem einstigen Leutnant leichter fiel als vielen anderen Sozialdemokraten, später für die Wiederbewaffnung einzutreten und schließlich im ersten Kabinett Brandt Verteidigungsminister zu werden.
Sendetermin
Di, 19.05.09, 04.30 Uhr
Als Helmut Schmidt aus dem Krieg heimkehrte, nahm er Abschied von seinem Traum, Städtebauer zu werden. Der mittellose Mann entschied sich pragmatisch für das billigste und schnellste Studium, VWL oder Volkswirtschaft. Und bald schon ging er in die Politik. Schon damals, als sich der Staat Bundesrepublik Deutschland noch im Aufbau befand, sprach Helmut Schmidt von "der unbedingten Notwendigkeit" der Aussöhnung mit dem Erbfeind Frankreich. Das deutsch-französische Verhältnis, seine Freundschaft mit Giscard d'Estaing, ist denn auch ein zentrales Thema dieses Porträts.
Helmut Schmidt liegt daran zu erläutern, dass das deutsch-französische Verhältnis die Basis der Europäischen Gemeinschaft ist und er als Kanzler diese Basis festigte.
Als Helmut Schmidt aus der Politik ausschied, wurde er Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit". Nichts mehr will er heute davon wissen, dass er diesen Berufsstand einst als "Wegelagerer" bezeichnet hat: "Einzelne Fernsehreporter ja, ich bin aber weit davon entfernt, den Journalismus insgesamt als Wegelagerei anzusehen. Journalisten sind ähnlich wie Politiker; die reichen vom Staatsmann bis zum Verbrecher."
Dokumentation von Felix Schmidt (2005)
