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Aufbruch ins russische Eis (1/2)
Sibiriens wilde Seele
Eis, Schnee und bittere Kälte - für viele Monate im Jahr sind sie die wahren Herrscher über weite Teile Russlands. Sie bestimmen den Rhythmus des Lebens, und der Menschen in Tundra und Taiga. Der Winter ist der ewige Feind, der Sommer kaum länger als ein Wimpernschlag. Dennoch sind immer wieder Menschen in Russlands Norden gezogen, haben den Stürmern getrotzt und den Kampf mit der Kälte aufgenommen.
Sendetermin:
So, 13.01.13, 03.00 Uhr
Die Pelzhändler und Schatzsucher von gestern sind die Öl- und Gasarbeiter von heute: Harte Männer, die tagelang über die zugefrorenen Flüsse reisen, tief in den immer gefrorenen Grund vorstoßen, ihr Leben riskieren, um dem Boden seine Schätze abzutrotzen. Immer schon sind die russischen Machthaber ebenso verschwenderisch mit dem Reichtum Sibiriens umgegangen wie mit dem Lebensglück der Menschen. Wenn Strafe einen Platz hat, dann ist es der Norden Russlands.
Ungezählt sind die Menschen, die hier ihr Leben ließen, auf deren Knochen Eisenbahnlinien und ganze Städte errichtet wurde. Anne Gellinek traf Gefangene und Lagerkommandanten von einst: Der eine, der den dunklen Ort seiner Vergangenheit heute als Tourist besucht, trifft den anderen wieder, der ihn damals als Wächter gefangen hielt. Heute öffnet er die Lagertore für Besucher und versucht so, mit seiner eigenen Geschichte fertig zu werden.
Die einen haben nie aufgegeben, die Natur zu bezwingen, die anderen haben sich auf ihren Rhythmus eingestellt: Die Samen und Nenzen leben seit Jahrhunderten von Rentieren, Jagd und Fischfang. Vergessen von der russischen Regierung, entdecken manche von ihnen die altern Traditionen und Bräuche wieder.
Das Team steigt mit auf den Rentierschlitten und in die Fischerboote, folgt ein Stück weit den Wanderrouten der Herden und ist zu Gast in den Jurten, den Zelten aus Rentierfell, wo die Seele des russischen Nordens ein langes Gedächtnis hat.
