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Der Rebell

Neonazi, Terrorist, Aussteiger

Er organisierte Terroranschläge auf amerikanische Truppen in Deutschland und war jahrelang auf der Flucht: Odfried Hepp.

sendetermin

Sa, 20.10.07, 23.15 Uhr

Als Kopf einer rechts gerichteten terroristischen Gruppe wurde er nach Anschlägen auf amerikanische Militärangehörige im Dezember 1982 zu Deutschlands meist gesuchtem Neonazi; zeitgleich diente er der DDR-Staatssicherheit als Informant über die rechte Szene. In diesem Dokumentarfilm nähert sich Jan Peter nicht nur einer unheimlichen bundesrepublikanischen Biographie, sondern auch einer anderen, längst vergessenen Seite des europäischen Terrorismus: des Terrors von rechts.

In den 70er Jahren erschütterte eine Welle von linkem Terrorismus Europa. In Italien, Frankreich und Deutschland explodierten Bomben, wurden Richter, Polizisten, Unternehmerbosse und Politiker ermordet. In der Bundesrepublik stürzten die linken Aktivisten der RAF den Staat in seine schwerste Krise. Doch der europäische Terrorismus zu jener Zeit hat noch eine andere düstere, unerzählte und längst vergessene Seite - den Terror von rechts.

Odfried Hepp hat sich viele Jahre im Dunstkreis der rechts-terroristischen Anschläge bewegt. Er kannte Attentäter aus dem Umfeld Italiens und Frankreichs, bekam Waffen aus Belgien und Anleitung aus England. Er beute eine gefährliche deutsche Rechtsterrorgruppe auf.

Nach dem Vorbild der RAF verübte er Banküberfälle, Sprengstoffanschläge auf amerikanische Soldaten und plante den Tod Dutzender britischer Soldaten in der Festung Spandau. Er kämpfte im Beirut der 80er Jahre im Dienst des berüchtigten deutschen Neonazis Hoffmann und arbeitete zugleich als Informant des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Er verliebte sich in eine algerischstämmige Französin, wurde 1985 in Paris verhaftet und saß 14 Jahre in französischen und deutschen Gefängnissen. Dort sagte er sich von der rechten Szene und ihrer Ideologie los und sagte als Kronzeuge gegen viele ehemalige Gesinnungsgenossen aus.

Heute lebt Odfried Hepp im Verborgenen. Für diesen Film war er erstmals bereit, offen über seine Taten, seine Verbindungen und seine Wandlung zu erzählen.

Film von Jan Peter und Yury Winterberg (2006)

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