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Zu Papa nur am Wochenende

Kleine Pendler auf Deutschlandtour

Jede zweite Ehe in Deutschland wird geschieden und dann bleiben Mutter oder Vater oft nicht am selben Ort. Ein neuer Job, eine neue Liebe - und schon trennen Hunderte Kilometer die einstige Familie.

Sendetermin

Sa, 31.10.09, 19.00 Uhr

Aus Angst, dass sie ein Elternteil gar nicht mehr sehen, nehmen viele Kinder dann in Kauf, an Wochenenden in überfüllten Fliegern oder Zügen zu sitzen: freitags zu Papa, sonntags zurück zu Mama. Patchwork-Familien, Vielflieger-Kinder und kleine Bahncard-Besitzer - das klingt locker, weltoffen und weitgereist. Doch die kleinen Pendler würden gerne darauf verzichten.

Der sechsjährige Nikolai sitzt am Flugsteig 19 des Hamburger Flughafens zwischen abgehetzten Geschäftsleuten, das Namensschild um den Hals, von der Stewardess mit Malstiften versorgt. Nikolai kennt das alles schon. Jeden vierten Donnerstag im Monat packt der Erstklässler seinen Rucksack und fliegt von Hamburg zu Papa nach Stuttgart. Die Bonus-Meilen auf seiner Vielflieger-Karte würden manchen Erwachsenen neidisch machen.

Oder die neunjährige Jennifer: Sie macht sich am Wochenende regelmäßig mit der Bahn auf die 400 Kilometer lange Tour. Ebenso wie Max und Till aus Berlin, deren Vater in Süddeutschland wohnt. Sie dürfen an "Vater-Wochenenden" früher aus der Schule weg, damit sie den "Kinder-IC" der Bahn erreichen. Hausaufgaben erledigen sie schnell im Zug. Die Begleiter der Bahnhofsmission haben Spiele dabei, können zuhören und trösten. Und passen auf, dass kein Kind verloren geht; oft sind die Züge verspätet und die Kinder erst am Abend am Ziel ihrer Reise.

Eine Dokumentation von Rita Knobel-Ulrich

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