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Historische Ereignisse: Welttag der Frau

(Quelle: WDR)
Der 8. 3. 2007 war der Internationale Tag der Frau. Dokumentationen und Reportagen
Frauenbilder im Klischee und in der Wirklichkeit des Alltags, Frauenschicksale in vielen Teilen der Welt in unterschiedlichsten Gesellschaftssystemen – wir versuchen Ihnen in den Dokumentationen und Reportagen dieser Sendung nachzugehen. Sie ist dem Internationalen Frauentag am 8. März gewidmet.
Der Begriff der "Powerfrau" ist zu einem gängigen Schlagwort geworden. Sie wird als ein Wesen gefeiert, das im Beruf Karriere macht, gleichzeitig ihren Haushalt optimal versorgt, ihren Kindern eine liebende, treu sorgende Mutter ist und überdies durch aufregende Schönheit besticht.
Real existierendes Vorbild oder virtuelles Traumbild? Die Dokumentation mit dem Titel "Das Märchen von der Powerfrau" lässt die Antwort zumindest erahnen.
Wie es um die Gleichberechtigung der Frau in der europäischen Gesellschaften tatsächlich steht, wie weit Emanzipation gediehen ist, darüber wird weiter munter gestritten. Da fällt der Blick auch auf Parallelgesellschaften, die sich in unserem Gemeinwesen entwickelt haben, in denen die Frauen von Gleichberechtigung weit entfernt gehalten werden.
Die Türkei, die in absehbarer Zeit Mitglied der Europäischen Union werden möchte, ist seit den durchgreifenden Reformen von Kemal Atatürk in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ein laizistischer Staat, das heißt, die Religion hat sich aus dem öffentlichen Leben heraus zu halten. Und so war bis in die 70er Jahre hinein der Anblick von Kopftuch tragenden Frauen in Istanbul und Ankara selten. Heute gehört er zum normalen Stadtbild. Für viele, vor allem junge Türkinnen sind Kopftuch und Verschleierung nicht Zeichen der Unterwerfung sondern Ausdruck einer muslimisch bestimmten weiblichen Identität, die sich selbstbewusst von westlichen Lebensweisen abgrenzen will. Hierzu zeigen wir Ihnen den Dokumentarbericht "Mahrem, öffne dich" von Hatice Ayten.

Zusammengestellt und moderiert von Helmut Illert (Quelle: PHOENIX)
Der Tschador, der schwarze Schleier, war auch in Iran für die Frauen ein Symbol selbstbewusster Abkehr vom Westen und der Hinwendung zum Islam. Gegenwärtig allerdings sind die Frauen in Iran in einer von den Männern beherrschten Gesellschaft Geschöpfe minderen Ranges und Rechts. Gegen Gewalttätigkeiten ihrer Ehemänner, Väter oder Brüder gibt es für sie keine Möglichkeit, vor Gericht zu gehen. So wurden einige von Ihnen zur Mörderin ihres Gatten oder leisteten Beihilfe zum Mord. Für den Film "Mein Mann, mein Herr" erhielten Reporterinnen von Arte erstmals Zutritt zum Teheraner Gefängnis Evin.
Die tiefste Erniedrigung, die Frauen widerfahren kann, stellen wohl Frauenhandel und Zwangsprostitution dar. Ihnen fallen jedes Jahr durchschnittlich 250000 junge Osteuropäerinnen anheim, die der Armut in ihrer Heimat entkommen wollen. Zielländer sind Italien, Deutschland und Frankreich, Hauptumschlagplatz für die Menschenhändler ist das ehemalige Jugoslawien. Hierzu aus der Sendereihe "Schmutzige Geschäfte" die Reportage "Frauenhandel – Die Balkanroute" von Ulrike Baur.
Nachdem in dieser Ausgabe der HISTORISCHEN EREIGNISSE, den traurigen Realitäten folgend, viel von Gewalt gegen und Erniedrigung für die Frauen die Rede war, handelt der Schlussbeitrag "Frauen an der Macht" von Renate Heilig von Frauen, die das Sagen haben.
In der mexikanischen Gemeinde Tehuantetepec bestimmen die Frauen, wo es lang geht. Sie allein führen seit Generationen die Geschäfte. So verkaufen sie unter anderem, was die Männer auf den Feldern ernten. Denen ist das ganz recht. Sie sind froh, sich nicht mit Geldangelegenheiten herumschlagen zu müssen. So scheint es, dass sich alle in dieser Gesellschaftsordnung wohl fühlen, die man als Matriarchat bezeichnen könnte.
