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Historische Ereignisse

Vor 45 Jahren: Ulrike Meinhof wird verhaftet (15. Juni 1972)

So. 11.06.17, 00.00 - 02.15 Uhr, Wdh. So. 11.06.17, 15.15 - 17.30 Uhr, Mi. 14.06.17, 04.30 - 06.45 Uhr

Ulrike Meinhof geht als Mitbegründerin der RAF in die deutsche Geschichte ein. Geboren in Oldenburg, studierte sie u.a. Geschichte und Kunst in Marburg und arbeitete als Journalistin. Sie war Teil der Außerparlamentarischen Opposition und wirkte an der Baader-Befreiung mit. Am 15. Juni 1972 wird Ulrike Meinhof inhaftiert. Nach einjähriger Fahndung wird die damals 38-Jährige abgemagert in einer Wohnung bei Hannover gefasst. Am 9. Mai 1976 nimmt sie sich nach Isolationshaft in der Zelle das Leben.

Wie rutscht Ulrike Meinhof in die radikale linke Szene? Warum wird sie verhaftet? Wie kommt es zur Auflösung der RAF? Die Dokumentationsreihe "Historische Ereignisse" gibt Einblicke.

ca. 00.00, 15.15 & 04.30 Uhr:
Deutsche Lebensläufe: Ulrike Meinhof

Film von Johannes Unger und Sascha Adamek

Ulrike Meinhof

Ulrike Meinhof bei Festnahme (Quelle: ap)

Ulrike Meinhof war das prominenteste Mitglied der RAF. Vor dem Sprung in den Untergrund hatte sie als Journalistin und Kolumnistin der Zeitschrift "konkret" die Positionen der Linken formuliert.

Dann 1970 der Bruch: Ulrike Meinhof beteiligt sich in Berlin an der gewaltsamen Befreiung von Andreas Bader, der wegen Brandstiftung im Gefängnis sitzt. Johannes Unger und Sascha Adamek gehen den Lebensspuren von Ulrike Meinhof nach. Zu Wort kommen Zeitzeugen, die sie unmittelbar kannten und ihren Weg aus verschiedenen Perspektiven miterlebten.

Sonntag, 9. Mai 1976. Muttertag. Beamte der Justizvollzugsanstalt Stammheim öffnen die Tür zur Zelle 719. Im Gitter des linken Zellenfensters hängt der leblose Körper jener Frau, die als führendes Mitglied einer terroristischen Vereinigung und als "Staatsfeindin Nr. 1" angeklagt ist - Ulrike Meinhof. Ihr Tod ist der vorläufige Höhepunkt einer Auseinandersetzung zwischen dem Staat und einer kleinen Gruppe militanter Weltverbesserer, die der Bundesrepublik den Krieg erklärt hat - der "Roten Armee Fraktion".

Die gewaltsame Befreiung von Andreas Baader gilt als Geburtsstunde der RAF. Wie wurde aus einer christlichen Pazifistin eine gewaltbereite Untergrundkämpferin? Wie wurde aus einer renommierten Journalistin eine "Staatsfeindin"? Waren es "die deutschen Verhältnisse", die der linke Verleger und Meinhof-Freund Klaus Wagenbach seinerzeit verantwortlich machte? Oder war der "bewaffnete Kampf", den Ulrike Meinhof ausgerufen hatte, vielmehr Ausdruck ganz persönlicher Vereinsamung und Verzweiflung?

Johannes Unger und Sascha Adamek gehen den Lebensspuren von Ulrike Meinhof nach. In der Dokumentation kommen Zeitzeugen zu Wort, die Ulrike Meinhof unmittelbar kannten und ihren Weg aus verschiedenen Perspektiven miterlebten: der Verleger Klaus Wagenbach, der Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust, die Meinhof-Freundinnen Peggy Parnass und Erika Runge, die RAF-Mitglieder Monika Berberich und Manfred Grashof, Freunde und Nachbarn aus der Jugendzeit sowie die Journalistin Bettina Röhl, Tochter von Ulrike Meinhof.

ca. 00.45, 16.00 & 05.15 Uhr:
ZDF-History: Die RAF - Tödliche Illusion

Film von Peter Hartl und Annette von der Heyde

Am 14. Mai 1970 befreiten Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof den fünf Wochen zuvor gefassten Andreas Baader gewaltsam aus dem Gefängnis.

Gemeinsam mit einer Handvoll Gesinnungsgenossen gaben sie ihre legale Existenz auf und gingen in den Untergrund. Es war der Beginn der RAF. ZDF-History rekonstruiert die Eskalation der Gewalt der RAF bis zum blutigen Höhepunkt des Terrors 1977.

Mit der Gründung der RAF einher ging die Radikalisierung eines kleinen Teils der protestierenden Studenten von 1968. Die Hoffnung der "Roten Armee Fraktion", als bewaffnete Avantgarde eine Revolution in der Bundesrepublik auslösen zu können, war von Beginn an tödliche Illusion. Zeitzeugen und Experten erklären das Phänomen des Terrorismus in der Bundesrepublik und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft. Angehörige von Opfern schildern Ohnmacht und Schmerz angesichts des gnadenlosen - und bis heute reuelosen - RAF-Terrors.

ca. 01.30, 16.45 & 06.00 Uhr:
Die RAF - Phantom ohne Gnade

Film von Peter Hartl und Annette von der Heyde

RAF_16-142681_20.01.16

Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub, Daniela Klette (v.l.) (Quelle: ap)

Mit dem Selbstmord der RAF-Gründer im Stammheimer Hochsicherheitstrakt 1977 scheint die Eskalation der Gewalt beendet. Doch dann schlagen Terroristen wieder zu, kaltblütiger und planmäßiger als zuvor. Eine neue Generation ist am Werk. Die neuen Täter hinterlassen nur schwache Spuren, sind kaum zu fassen. Die meisten ihrer Morde sind bis heute ungeklärt. Der größte Teil der "dritten Generation" der RAF ist namenlos geblieben - ein Phantom. Einige tauchen nach der Wende überraschend auf - in der DDR: Das SED-Regime hatte bundes-deutschen Terroristen jahrelang Unterschlupf gewährt. 1993 hat die Polizei endlich Aussicht auf einen Fahndungserfolg, doch die Festnahmeaktion in Bad Kleinen wird zum blutigen Debakel.

"ZDF-History" schildert den mörderischen Weg der RAF bis zur Erklärung der Selbstauflösung 1998. Fahnder, Beteiligte und Opfer geben Einblick in ein Kapitel deutscher Zeitgeschichte, das bis heute von vielen ungelösten Rätseln geprägt ist.

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