Inhalt

Die Kinderjockeys von Sumba

Mein Ausland

Film von Philipp Abresch

Ein Rennen, so wild wie gefährlich. Syahrul, neun Jahre alt, will unbedingt gewinnen. Er riskiert viel. Auf dem Rücken seines Pferdes. Ohne Sattel, ohne Schutz. Er muss Geld verdienen. Für seine Familie. Syahrul und Syahril sind Zwillinge. Beide neun Jahre alt. Schon ihr halbes Leben lang reiten sie auf dem Rücken der Pferde um die Wette. Doch jetzt reitet nur noch Syahrul. Die Brüder leben auf Sumba, einer Insel im Osten Indonesiens. Die Menschen hier sind seit jeher verrückt nach Pferden. Und nach Wetten. Fast jede Familie besitzt ein Pferd, jedes Kind kann reiten. Die jüngsten Jockeys sind gerade vier. Denn je kleiner und leichter die Jockeys, umso schneller die Pferde. ARD-Korrespondent Philipp Abresch begleitet die Kinder bei ihrem gefährlichen Brotverdienst in einer neuen Folge „Mein Ausland“.

Bei der Morgenarbeit sieht's auf der idyllischen indonesischen Insel Sumba aus wie im Paradies: Der stolze Vater führt sein Pferd und seine beiden Söhne hinein in einen Traum von Meer. Spiegelglatt und glitzernd. Morgensonne, leichte Brise. Wer würde denken, dass am Abend viele der Kinder hier im Staub gelandet sind? Oder sogar im Krankenhaus. So wie Syahril, dessen Oberkörper seit seinem Reitunfall halbseitig gelähmt ist: "Ich freue mich, dass heute endlich die Rennen losgehen. Ich selbst kann zwar nicht mehr reiten. Aber ich sporne meinen Bruder an."

Sendetermine

So. 27.05.18, 22.30 Uhr

Do. 31.05.18, 03.00 Uhr

Sa. 02.06.18, 10.45 Uhr

Warum das hohe Risiko für all die Kinder? Sumba ist eine der ärmsten Regionen Indonesiens. Ein erfolgreicher Kinderjockey wie Syahrul kann 500 Euro in der Woche verdienen. Verlockend viel Geld. Auf den Rängen stehen gebannt die Zocker, die Spieler, die Spekulanten. Staunend und fiebernd. Auch sie machen gutes Geld. Eigentlich ist Wetten in Indonesien gar nicht erlaubt. Und dass Kinder die Rennpferde reiten, ist ebenfalls verboten.

Das kümmert hier niemanden. Die Kinder gehen fast ohne Schutz ins Rennen. Ein leichter Helm, eine Stoffmaske gegen Staub und Sonne. Eine Peitsche fürs Pferd. Die Jockeys reiten barfuß. Und ohne Sattel. Ein guter Jockey reitet manchmal fünf Rennen am Tag. Zehn Tage am Stück, zwei Monate im Jahr. So lange dauert die Saison. Und so lange geht's auch nicht in die Schule. Manche Kinder können nicht richtig schreiben, rechnen oder lesen. Aber sie sind meisterhafte Reiter.

Seite Drucken nach oben

Fußzeile


 
Top | Zurück