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Die Kanarischen Inseln

Teneriffa, El Hierro & La Palma

Film von Lisa Eder-Held

Die kanarischen Gewässer werden von mehr Walarten durchzogen als jede andere Region der Weltmeere. „Wale sind ein Naturwunder. Wir müssen ihnen helfen zu überleben, das sind wir ihnen schuldig“, erzählt die Meeresbiologin Natacha Aguilar de Soto. Sie hat sich auf die Kommunikation der Meeressäuger spezialisiert und forscht am liebsten in kanarischen Gewässern. Ihr jüngster Auftrag führt sie vor die Küste von El Hierro.

El Hierro ist die kleinste Insel der Kanaren. Bis zur Entdeckung Amerikas galt sie als das westliche Ende der Welt. In einer von Menschen weitgehend unberührten Natur konnten die Rieseneidechsen bis heute überleben. Juan Pedro hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, sie zu hegen und zu pflegen. Er ist ein stolzer Herreño, groß und kräftig, einst Meister im kanarischen Ringkampf. Auch den „Salto del Pastor“ beherrscht er noch, den Sprung mit Hilfe eines langen Stocks, mit dem die Hirten sich früher mühelos durch das felsige Gelände bewegten.

Die Kanarischen Inseln 3

Ein Hotel auf Teneriffa (Quelle: Carlos Moreno/ap)

Auf Teneriffa, der größten Insel des Archipels, erhebt sich Spaniens höchster Berg, der gut 3700 Meter hohe Pico del Teide. Die Ureinwohner wagten nicht, ihn zu betreten. Die Geologin Gladys Rodriguez weiß, was die Guanchen derart mit Ehrfurcht erfüllte: Der mächtige Vulkankegel ragt bis in die Wolken, oft auch darüber hinaus. Auf den steilen Kraterwänden und Geröllfeldern scheint alles Leben erloschen. Für die Vulkanologin ist der vielgestaltige Teide „ein einzigartiges Freiluftlaboratorium“.

Seit den siebziger Jahren zieht die Teneriffa Touristen an. Denn die Jahreszeiten wechseln allenfalls zwischen Frühling und Sommer. Selbst in den Wintermonaten hat das Meer Badetemperatur.
Das Team der Meeresbiologin Natascha de Soto ist auf der Suche nach den größten Säugetieren der Welt. Durch kanarische Gewässer ziehen 26 Arten von Delfinen und Walen – so viele wie nirgendwo sonst in den Ozeanen.

Auf dem Roque de Los Muchachos scheint der Himmel zum Greifen nah. Die Astronomen haben La Palma zum Standort für die Nordsternwarte gewählt. Das größte Teleskop der Welt hat einen Durchmesser von 10,4 Metern. Das „Grantecan“ wird auch die „Kathedrale der Astronomie“ genannt.

Sendetermine

Fr. 02.02.18, 21.45 Uhr

Sa. 03.02.18, 02.15 Uhr

Sa. 03.02.18, 08.45 Uhr

Sa. 03.02.18, 18.45 Uhr

Ein klarer Himmel, keine störenden Lichter und ein Standort über den Wolken sind Voraussetzungen, die die Sternenforschung nur an wenigen Orten der Erde finden kann. Täglich kurz vor Sonnenuntergang öffnen die Teleskope ihre Visiere.

Auf den Vulkanböden La Palmas hat Weinanbau eine über 500 Jahre alte Tradition. Für die Reben sind die mineralstoffhaltigen Lavaböden ideal. Victoria Torres hat das Winzerhandwerk von ihrem Vater erlernt. Das Weinanbaugebiet der Familie im Süden ist eines der ältesten der Insel.

Gemeinsam mit seinem Pendant auf La Palma, dem 2426 Meter hohe Roque de Los Muchachos, dient der Teide als Standort für die Europäische Nordsternwarte. Auch der Forschungskomplex auf La Palma liegt inmitten einer unwirklichen Kraterlandschaft. Er verfügt über ein gutes Dutzend Teleskope, darunter das größte Spiegelteleskop der Welt. Hier oben, wo die Gespräche um Dunkle Materie, ferne Galaxien und die Geburt von Sternen kreisen, glaubt man sich auf einen fremden Planeten versetzt.

La Palma trägt den Beinamen „La Isla Bonita“, die schöne Insel. Dieser Schönheit kann sich auch Victoria Torres nicht entziehen. Nach langen Auslandsaufenthalten hat sie sich ihrer Wurzeln besonnen und erfüllt sich hier einen Traum. Sie bewirtschaftet alte Weinberge wieder und erntet Malvasier-Trauben. Der schwere, honigsüße Weißwein war lange Zeit das wichtigste Exportprodukt der Insel. Die vulkanischen Böden sorgen für das Aroma der Trauben, daher entwickeln die Weine eine einzigartige Charakteristik.

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