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Dicke Luft in den Städten

Film von Michael Nieberg

Es herrscht dicke Luft in Deutschlands Städten: Die zulässigen Grenzwerte werden nicht eingehalten. Mit drastischen Folgen: Stickoxide und Feinstaub gefährden unsere Gesundheit.

Die Umweltzonen werden immer größer, doch die Stickoxide lassen sich nicht eindämmen. Viele Bürger sind verunsichert, wie es weitergeht. Neue Konzepte müssen her, neue Antriebe für unsere Autos.

Verkehrsplaner landauf und landab rätseln: Warum haben die Umweltzonen in den Städten nicht zu durchschlagendem Erfolg geführt? Die Zahlen des Umweltbundesamtes sind ernüchternd: 2016 haben rund 57 Prozent der verkehrsnahen Messstationen in Städten den Grenzwert für Stickoxide überschritten.

Zöge man die strengeren Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation heran, wäre dies eine Bankrotterklärung für den deutschen Umweltschutz: 77 Prozent der 374 Messstationen in Deutschland halten die Empfehlungen der WHO nicht ein. Am Neckartor in Stuttgart lag die Stickoxid-Belastung bei durchschnittlich 82 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft - und damit mehr als doppelt so hoch wie der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Auch Stationen in München, Reutlingen, Kiel, Köln und Hamburg überschritten den Grenzwert bei Weitem.

Stickoxide sind unsichtbar - und eine Gefahr für die Gesundheit. Sie können Kopfschmerzen, Schwindel und sogar Atemnot auslösen. Für Asthmatiker ist das Abgas besonders problematisch. Bei zu hohen Konzentrationen steigt das Risiko für Schlaganfälle. Das Fazit: Menschen an viel befahrenen Straßen sterben rein statistisch deutlich früher als Menschen in frischer Landluft. Forscher wie Prof. Dr. med. Barbara Hoffmann von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben Fallzahlen in einer Studie mit 41 000 Probanden belegt.

Sendetermine

Di. 07.11.17, 17.00 Uhr

Fr. 10.11.17, 15.15 Uhr

Die Ursachen für den Feinstaub sind vielfältig: Auch Ruß aus Kaminen, Staub aus der Landwirtschaft, von Baustellen, oder sogar der Abrieb von Autobremsen und -reifen beeinflussen die Messwerte deutlich.

Zukunftsforscher Lars Thomsen aus Zürich stellt in "planet e." die These auf, dass der Verbrennungsmotor sich nicht mehr lange halten wird, nicht nur, seit Volvo den Ausstieg aus der Dieseltechnologie verkündet hat. Er sieht in den nächsten vier Jahren einen Punkt erreicht, an dem mehr Elektrofahrzeuge verkauft werden als Autos mit Verbrennungsmotor. Aber dies allein reicht nicht aus: Der Individualverkehr braucht neue Ideen, damit die Großstädte nicht kollabieren.

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