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Deutsche Dynastien

Die Villeroys & Bochs

Film von Caroline Haertel

Ihre Teller und Tassen prägen den Alltag in unseren Küchen und Esszimmern. Die Fliesen und Mosaike schmücken Bäder und finden sich weltweit in berühmten Bauwerken: Im Holland Tunnel in New York, im Moskauer Bolschoi Theater oder im Kölner Dom. Villeroy & Boch: Päpste, Prinzen und Politiker trinken aus ihren Tassen und essen von ihren Tellern. Aber den Erfolg verdanken sie vor allem feinem Geschirr zu günstigen Preisen. Damit haben sie die Tischkultur revolutioniert. Bis heute hat das Unternehmen mit weltweit über 7.000 Mitarbeitern seinen Hauptsitz in Mettlach, im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Ein Ort im Saarland, an dem die Geschichte Europas hautnah spürbar ist mit allen wirtschaftlichen Krisen, Kriegen und Revolutionen. Villeroy & Boch ist heute eine weltbekannte Marke. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1748 zurück. Eine deutsche und eine französische Familie, die durch eine geschickte Fusion und eine Liebesheirat zu einer großen erfolgreichen Dynastie wurden. Über Generationen haben die Villeroys und die Bochs zusammengehalten. Und sie haben drei große Kriege überstanden, in denen sich Deutsche und Franzosen erbittert bekämpft haben.

Sendetermine

Mo. 09.10.17, 21.00 Uhr

Di. 10.10.17, 01.30 Uhr

Di. 10.10.17, 08.15 Uhr

In ihrer Dokumentation zeigt Caroline Haertel wie François Boch, Nicolas Villeroy und ihre Nachfahren aus zwei kleinen Töpfereien ein weltweit agierendes Unternehmen geschaffen haben. Heute produziert Villeroy & Boch jährlich fast 25 Millionen Artikel. In Vorstand und Aufsichtsrat sitzen immer noch Mitglieder der Ursprungsfamilien. Eine Tradition von mehr als 250 Jahren.
In dem Film erzählen der langjährige Vorstands- und heutige Aufsichtsratsvorsitzende Wendelin von Boch, der Leiter Tischkultur Nicolas Luc Villeroy und der Ehrenaufsichtsratsmitglied Luitwin Gisbert von Boch von großen Erfolgen und Erfindungen, dem Gang an die Börse, überraschenden Marketingstrategien wie der ebenso gefeierten wie umstrittenen Werbekampagne mit Helmut Newton. Es geht aber immer wieder auch um schwere Rückschläge: Nach den Weltkriegen stand das Unternehmen mehrfach vor dem Aus. Dazu kommen Wirtschaftskrisen und die Bedrohung durch Billiganbieter aus China. Wendelin von Boch wäre beinahe von Bord gegangen, als er 1993 nicht, wie erwartet, zum Vorstandsvorsitzenden berufen wurde.

In New York gibt ein Vertreter der neunten Generation, Constantin von Boch, Einblick in die Herausforderung der Globalisierung und erklärt, was sich hinter „Crowdsourcing-Design" verbirgt. Und Frank Göring, Vorstandsvorsitzender und früherer Diskothekenbesitzer, erläutert wie ihn seine Erfahrungen bestens für die Leitung eines Unternehmens mit rund 300 Familienmitgliedern vorbereitet haben.

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