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Der Heilige Krieg (1/5)

Das Schwert des Propheten

Film von Friedrich Klütsch und Alexander Hogh

Oft schon sah sich die muslimische Welt pauschal dem Vorwurf ausgesetzt, die Ausbreitung ihrer Religion sei von Anfang an eine Geschichte der Gewalt gewesen. Verdankt der Islam seine rasante Verbreitung tatsächlich nur dem militärischen Erfolg seiner Glaubenskrieger? Historiker verweisen auf eine Vielzahl begünstigender Umstände, die dem Propheten und seinen Nachfolgern in die Hände spielten - auch jenseits von Waffengewalt.

Mit dem neuen Glauben ging auch eine neue und für damalige Verhältnisse gerechtere Ordnung der Gesellschaft einher. Muslimisch beherrschte Regionen erlebten in den ersten Jahrhunderten des Islam wirtschaftlichen Aufschwung und kulturelle Blüte.

Durchsetzen des Eingottglaubens

Der Heilige Krieg (1/5)

Tariq ibn Ziyad erobert 711 nach der Überquerung der Straße von Gibraltar das Westgotenreich in Spanien. (Quelle: PHOENIX/ZDF/Martin Christ/Gruppe 5 Filmproduktion GmbH)

Als Mohammed, ein Kaufmann aus Mekka, Anfang des 7. Jahrhunderts begann, den Islam, die "Hingabe an Gott" zu predigen, verließ er sich zunächst ausschließlich auf die Überzeugungskraft seiner Worte.

Die Forderung nach der Durchsetzung eines radikalen Eingottglaubens musste aber in seiner Heimatstadt Mekka auf Ablehnung stoßen. Wirtschaftlich war das alte Pilgerzentrum von den Einnahmen abhängig, die ihr durch die Verehrung vieler Gottheiten am Heiligtum der Kaaba zuflossen.

Die Flucht Mohammeds und seiner Anhänger nach Medina im Jahre 622 markiert nicht nur den Beginn der islamischen Zeitrechnung, sondern auch einen Wendepunkt bei den Mitteln, mit denen der Islam fortan verbreitet werden sollte. Zum Wort gesellte sich nun auch das "Schwert des Propheten", mit dessen Hilfe nicht nur Mekka erobert werden konnte. Innerhalb weniger Jahrzehnte gelang es den Muslimen, die arabische Halbinsel zu unterwerfen. Das persische Sassanidenreich ging bei ihrem Ansturm unter und Byzanz verlor seine Herrschaft über Syrien, Palästina und Ägypten. Nur zwei Generationen dauerte es, bis muslimische Herrscher über Gebiete regierten, die sich vom Atlantik bis an den Indus erstreckten.

Sendetermine

So, 29.01.12, 20.15 Uhr

Mo, 30.01.12, 07.30 Uhr

Mo, 30.01.12, 18.30 Uhr

Schnelle Ausbreitung des Islam

Längst hatte sich der Islam zu einer Religion entfaltet, die wie das Christentum einen Anspruch auf universelle Geltung verfocht. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die beiden monotheistischen Weltreligionen auch im Westen Europas aufeinandertreffen würden. Nach der Landung an der Südküste Spaniens im Frühsommer 711 dauerte es nur acht Jahre, bis die Mauren über die Pyrenäen auch nach Nordeuropa vorstießen. Ende Oktober 732 erreichte ein breit angelegter Beutezug der Muslime sogar die Grenze des Frankenreichs bei Tours.

Zweihundert Kilometer südlich von Paris war es Karl Martell, der Stammvater der Karolinger, der sich den muslimischen Eindringlingen entgegenstellte, gemeinsam mit Verbänden aus dem südfranzösischen Aquitanien und der norditalienischen Langobarden. Die Koalition christlicher Kräfte konnte den Vorstoß der Mauren stoppen.

War das Gefecht tatsächlich jene Entscheidungsschlacht um Europa, zu der es später stilisiert wurde? Anhand zeitgenössischer Quellen aus beiden Lagern, allen voran der so genannten "Mozarabischen Chronik von 754", rekonstruiert die erste Folge der Reihe den Verlauf der Ereignisse. "Geburtsstunde des christlichen Europas", "Endpunkt der islamischen Expansion im Westen" - welche Bedeutung hatte der Ausgang der Schlacht von Tours und Poitiers am 25. Oktober 732 wirklich?

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