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Der erste Weltkrieg im Orient (2/3)

Untergang des Osmanischen Reiches

Film von Malek Triki und Dana Trometer

Der erste Weltkrieg im Orient 2 AB

Phoenix-Redaktionsleiter J.-C. Caron im Gespräch mit Islamwissenschaftlerin Dr. H. Liebau (Quelle: phoenix / Yasser Mehanna)

Mit der deutschen Erstausstrahlung des Dreiteilers „Der Erste Weltkrieg im Orient“ im Rahmen einer Themenwoche „Orient und Okzident“ zeigt erstmals auf phoenix eine Dokumentationsreihe die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf den heutigen Nahen Osten, sowie die Verstrickungen Deutschlands und anderer europäischer Kriegsparteien in das Leid der arabischen Bevölkerung, die in diesem todbringenden Waffengang auf Kriegsschauplätzen einbezogen wurde.

Tausende Araber mussten mit Beginn des Krieges 1914 an der Seite der europäischen Westmächte kämpfen, auf Kriegsschauplätzen im Orient und sogar auf europäischem Boden. In den Kriegswirren kamen viele der arabischen Soldaten um, Moslems mussten gegen Moslems in den Krieg ziehen, das Osmanische Reich zerbrach. Die Länder im Nahen Osten gerieten zwischen die Fronten und wurden schließlich zwischen den Kolonialmächten aufgeteilt, ohne Rücksicht auf deren Geschichte, Kulturräume oder deren Bevölkerungen. Die Dokumentationsreihe, im Original „World War One Through Arab Eyes“ aus der Sendergruppe von Al Jazeera, zeigt wie sehr die heutigen Konflikte im Nahen Osten bis hin zum aktuellen Bürgerkrieg in Syrien auch im Ersten Weltkrieg begründet liegen, und durch koloniale Machtspiele der europäischen Westmächte mit gesät wurden.

Sendertemine

Fr. 01.09.17, 21.00 Uhr

Sa. 02.09.17, 01.30 Uhr

Sa. 02.09.17, 08.00 Uhr

Sa. 02.09.17, 18.00 Uhr

Der zweite Teil des Films handelt vom Niedergang des Osmanischen Reiches. Der 1. Weltkrieg bot den europäischen Mächten eine exzellente Gelegenheit, sich Richtung Osten zu orientieren mit dem Ziel, das Osmanische Reich zu erobern und unter sich aufzuteilen. Das Osmanische Reich hingegen trat in Allianz mit Deutschland, weil es so glaubte, am wenigsten Territorium zu verlieren. Dieser Plan ging jedoch nicht auf und der Druck wuchs. Osmanische Truppen mussten auf mehreren Ebenen mit den Gegnern kämpfen – gegen die Russen im Kaukasus, gegen die Briten im Irak und in Ägypten. So veranlasste die osmanische Regierung schließlich die Ermordung von ca. 600.000 bis 1.500.000 christlichen Armeniern. Etwa ein Viertel der osmanischen Bevölkerung starb an den Kriegsfolgen – etwa genau so viel Opfer wie Deutschland und Frankreich zusammen zu verzeichnen hatten.

Zu einem Bruch zwischen Arabern und Türken kam es schließlich, nachdem das Osmanische Reich brutal gegen die eigene Bevölkerung vorging: es enteignete Land und beschlagnahmte Güter. Zudem kam ein britisches Embargo gegen die östlichen Mittelmeerstaaten hinzu. Eine schwere Hungersnot breitete sich aus. Jerusalem und Damaskus fielen an die Briten. Das Osmanische Reich zerbrach.

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