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Bewegte Republik Deutschland (3/4)

Geteilter Himmel - 1949-1989

Film von Thomas von Steinaecker

40 Jahre deutscher Kultur finden auf zwei Seiten der innerdeutschen Grenze und zwischen zwei Machtblöcken statt. Zunächst entscheiden sich viele Künstler aus Überzeugung für die DDR. Ob Exil-Heimkehrer wie Bert Brecht und Hanns Eisler oder Literaten wie Christa Wolf und Heiner Müller: sie sehen im neuen Modellstaat das potentiell „bessere Deutschland“.

Brecht und Helene Weigel erhalten mit dem Berliner Ensemble ihr eigenes Theater, die DEFA produziert mit üppiger Ausstattung Qualitätsfilme. Landesweit pflegen Theater und Orchester das klassische Kulturerbe, ihre schiere Zahl stellt den Westen mühelos in den Schatten. Auch um die Hoheit in Sachen Unterhaltung liefern sich Ost und West ein munteres Wettrennen, vom Sandmännchen bis zum Indianerfilm.

Sendetermine

Fr. 22.12.17, 14.15 Uhr

Sa. 23.12.17, 05.45 Uhr

Doch Kultur gehört als geistiges Grundnahrungsmittel in der DDR unter politische Führung und die Kunst hat dem von der UdSSR definierten Sozialistischen Realismus zu folgen. Später unternimmt die DDR mit dem „Bitterfelder Weg“ genannten Programm den eigenen Versuch einer „Sozialistischen Nationalkultur“, um die „vorhandene Trennung von Kunst und Leben“ zu überwinden. Die Verlage leiden in der Folge unter Zensur, kritische Filme wie „Spur der Steine“ werden abgesetzt, und selbst Rockmusikern wird ihre Spontanität in staatlichen Institutionen ausgetrieben.

Kurze Phasen der Lockerung wie 1973 zu den Weltjugendspielen in Ostberlin bleiben die Ausnahme. Mit der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermanns kippt die Stimmung auch unter staatstreuen Künstlern. Wer protestiert, erhält Berufsverbot, landet im Gefängnis oder wird zur Ausreise gezwungen. Künstler wie Manfred Krug, Nina Hagen und Katharina Thalbach verlassen die DDR. Die wirtschaftliche und innenpolitische Situation wird schließlich immer erdrückender. Der Exodus aus der sozialistischen Utopie ist nicht mehr aufzuhalten und das Ende der DDR ist nur noch eine Frage der Zeit.

Die vierteilige Dokumentation "Bewegte Republik Deutschland" lässt Zeitzeugen und jüngere Kulturschaffende zu wort kommen: Günter Grass, Herbert Grönemeyer, K.O. Götz, Alexander Kluge, Gabriele Wohmann, Herbert Lindinger, Volker Schlöndorff, Wolfgang Rihm, Uwe Timm, Stephan Braunfels, Irmin Schmidt (Can), Eva Menasse und Daniel Kehlmann erzählen aus erster Hand und bewerten die künstlerische Arbeit dieser Jahre. Roger Willemsen und die Historikerin Ute Frevert kommentieren die Ereignisse und Filmdokumente. Im dritten Teil der Reihe geht es um die Zeit von 1949 bis 1989.

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