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Beat im Pott

Film von Oliver Schwabe

Anfang der 60er Jahre sind weltweit Teenager von den Beatles und ihrer Musik elektrisiert. Die Beatwelle ist nicht aufzuhalten schon gar nicht im Ruhrgebiet. Die Jugendlichen hier hören die neue Musik nicht nur, sondern machen sie selbst. Beatbands sprießen wie Pilze aus dem Boden. Über 1500 sind es im Jahr 1965! Einige davon werden richtig berühmt zumindest für eine gewisse Zeit. Egal ob in Duisburg, Oberhausen oder Gelsenkirchen überall spielen Teenager die neue Musik auf geschenkten oder ersparten Instrumenten nach und haben Auftritte vor begeistertem Publikum und das fast jedes Wochenende. Sie spielen nicht immer schön, aber ihre Musik ist Ausdruck eines ganz neuen Lebensgefühls. Nicht alle Eltern sind davon begeistert, und auch die Medien, die über die Beatszene berichten, stehen ihr oft verständnislos gegenüber.

Sendetermine

Sa. 10.02.18, 15.00 Uhr

So. 11.02.18, 09.00 Uhr

Di. 13.02.18, 03.00 Uhr

Recklinghausen gilt Mitte der 60er Jahre als das "deutsche Liverpool". In der Vestlandhalle finden sogenannte "Tanztees" statt, später sind es regelmäßig Beatfestivals. Hier treten nicht selten an einem Wochenende über 100 Bands vor Tausenden junger Zuschauer auf. Einige Bands sind richtig gut und werden über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus bekannt: vor allem "The Dakotas", "German Blue Flames", "Frederic & the Rangers" und die Mädchenband "The Rag Dolls". In der Dokumentation erinnern sich Mitglieder dieser Bands an ihre Erlebnisse in der Beatszene, an Auftritte vor großem Publikum - und im jungen WDR.

Alle diese Bands haben damals mindestens eine Platte veröffentlicht, manche hätten beinahe Karriere gemacht. Die einen verdienten mit ihren Live-Auftritten ein besseres Taschengeld, die anderen konnten damit immerhin ihr Studium finanzieren. Aber selbst für die "German Blue Flames", die sogar mehrmals in die Kultsendung "Beatclub" eingeladen wurden, blieb das Musikmachen im wesentlichen Hobby. Grund zum Bedauern ist das für die Musiker von damals nicht. Sie blicken mit einem Augenzwinkern auf ihre Bandkarrieren und das Lebensgefühl im Ruhrgebiet in den Sechzigern zurück und erzählen vergnüglich und humorvoll von einer Jugendzeit, die durch den Beat geprägt war, der bis heute mitreißt.

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