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Australiens Mississippi - Der Murray

Ein Film von Gerd Pohlmann und Simon Wearne

Der mächtige "mighty" Murray ist der größte Fluss des fünften Kontinents. Schriftsteller Mark Twain verfiel seinem Charme und nannte ihn den "Mississippi Australiens". Der Murray schlängelt sich durch New South Wales, Victoria und Queensland und mündet nach über 3.000 Kilometern in den südlichen Ozean. Zusammen mit dem Darling, seinem Nebenfluss, bildet er das viertgrößte Flusssystem der Erde.

Frank und Kaye Tucker haben den Murray zu ihrem zu Hause gemacht. Auf ihrem selbst gebauten Schaufelradboot sind sie auf dem Fluss unterwegs, auf der Suche nach unberührter Natur und den Wracks verschollener Schiffe, die vor hundert Jahren diesen Teil des Kontinents erschlossen. Nirgendwo auf der Welt gibt es auch heute noch so viele Raddampfer wie hier. Seine Rolle als Transportweg hat der Murray verloren. Heute ist er vor allem Süßwasserreservoir und versorgt große Städte mit Trinkwasser. 40 Prozent aller landwirtschaftlichen Produkte Australiens kommen aus dem Murray-Darling-Becken.

Sendetermine

Mo. 01.01.18, 11.45 Uhr

Do. 04.01.18, 13.45 Uhr

Do. 04.01.18, 16.45 Uhr

Fr. 05.01.18, 22.30 Uhr

2009 war der einst mächtige Murray nach zwölf Jahren Dürre fast am Ende, er schaffte es nicht mehr ins Meer. Das Delta lag unter dem Meeresspiegel, nur eine Reihe von Staumauern quer durchs Delta hielt das Meer davon zurück, ins Innere des Landes zu fließen. Und dennoch war und blieb der Murray Projektionsfläche für die Sehnsüchte australischer Menschen. Mel und Jesse Wagner bauten damals ein Boot und träumten davon, eines Tages den Murray hinauf zu fahren, die Natur zu genießen und die riesigen Auwälder und Fluss-Eukalypten zu erleben. Auch Frank und Kaye kamen auf ihrem Weg den Fluss hinunter bald nicht mehr weiter. Die großen Schleusen waren wegen Niedrigwasser für die Schifffahrt gesperrt. Auch die "Murray Princess", ein echter Mississippi-Dampfer, machte nur noch Fünf-Tage-Touren.

Ende 2010 passierte dann, was kaum jemand für möglich hielt: Es begann zuerst in Queensland zu regnen, dann regnete es Anfang 2011 im Murray-Darling-Becken wie seit Jahrzehnten nicht. Der Murray verwandelte sich wieder in eine amphibische Welt, die Lebensräume an seinen Ufern erholten und erneuerten sich. Der Strom ist auf 1.600 Kilometern wieder schiffbar, und Mel und Jesse Wagner haben ihren Traum tatsächlich wahr gemacht. Monatelang sind sie mit ihren beiden Kindern auf dem Murray unterwegs und erkunden den Fluss. Sie gehören zu den ersten, die den Murray bis zur Mündung befahren. Heute fließt der "old man" Murray wieder ins Meer! Einst stand der Murray für Pioniergeist, Siedlerträume und Fülle. Heute steht er in Australien, dem trockensten aller Kontinente, vor allem für den verantwortungsvollen Umgang mit einer der kostbarsten aller Ressourcen, dem Wasser.

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