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Auf den Spuren genialer Forscher (3/4)

Kampf um den heißen Draht

Film von Christian Heynen

Kampf um den heißen Draht

Der brasilianische Kaiser Dom Pedro und die Jurymitglieder lassen sich Bells Telefon vorführen. (Quelle: PHOENIX/ ZDF/ Marketa Marova)

In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts lässt sich der gebürtige Schotte Alexander Graham Bell in den USA die Erfindung des Telefons patentieren. Bells Urheberschaft, die bereits damals gerichtlich angefochten wurde, ist bis heute umstritten. Unumstritten ist, dass sie die Welt revolutioniert hat. Nun ist es möglich, direkt mit einem Menschen zu kommunizieren, der sich an einem entfernten Ort aufhält. Diese neue technische Errungenschaft löst die Telegrafie ab und macht Kommunikationsmittel von heute wie das Internet und das Mobiltelefon erst möglich.

Im Gerichtsaal herrscht schneidende Stille. Mit der Vereidigung des jungen Taubstummenlehrers Alexander Graham Bell geht im Frühjahr 1879 in New York einer der größten Patentprozesse der Geschichte in seine heiße Phase. Der gebürtige Schotte Bell kämpft um sein Lebenswerk. Sein ewiger Rivale Elisha Gray und die mächtige Western Union Telegraph Company behaupten, Bell habe ihnen die Erfindung des Telefons gestohlen. Nur Bells eigene Aussage kann das Blatt vielleicht noch wenden. Das Gericht muss entscheiden, wer der rechtmäßige Erfinder des Telefons ist. Bei dieser Entscheidung geht es immerhin um eine Industrie der Zukunft.

Sendetermin

Mo. 04.09.17, 05.15 Uhr

Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Telegrafie das führende Kommunikationsmittel. Aber das "viktorianische Internet" hat Nachteile.
So kann nur eine Nachricht zeitgleich durch den Draht verschickt werden. Für die Lösung dieses größten technischen Problems hat die Western Union, deren Monopol die Telegrafie beherrscht, ein Vermögen als Preisgeld aussetzt. Auch der arme Taubstummenlehrer Bell nimmt an dem lukrativen Wettrennen teil. Es ist der Anfang eines erbitterten Wettlaufs gegen das wissenschaftliche Establishment, an dessen Ende Bell einen der ältesten Menschheitsträume wahr werden lässt: direkt und gleichzeitig rund um die Welt mit anderen sprechen zu können.

Und es ist der Beginn einer revolutionären Entwicklung, die wie kaum eine andere das Leben verändert hat. Wenn das 19. Jahrhundert das der Dampfmaschine und der Elektrizität war und das 20. Jahrhundert das des Computers, dann ist das 21. Jahrhundert das der grenzenlosen Kommunikation und des ungehinderten Datenflusses. Schlagworte wie globales Dorf, Multimedia-Gesellschaft und vernetzter Alltag bezeugen ein Höchstmaß simultaner und grenzenloser Datenkommunikation unserer Gesellschaft. Gleichzeitig mit Menschen in Australien zu telefonieren, mit anderen in Argentinien über das Internet zu chatten oder Urlaubsfotos vom Strand per Mobiltelefon nach New York zu schicken, gehört im 21. Jahrhundert zum selbstverständlichen Alltag. Das alles begann mit Alexander Graham Bell.

Alexander Graham Bell

Alexander Graham Bell führt Gardiner Hubbard sein Telefon vor (Quelle: PHOENIX/ZDF/Marketa Marova)

Verblüffende und atemberaubende Aufnahmen und Experimente zeigen, wie das globale Telekommunikationsnetzwerk funktioniert, aber auch, welche Gefahren darin lauern. Und in einem einzigartigen Versuch tritt der Urvater aller Telefone, ein Bell-Gerät, gegen ein modernes Mobiltelefon an. Welcher Apparat kann besser Sprache übertragen? Ein noch nie da gewesener Test mit einem verblüffenden und sensationellen Ausgang: Im sprachrelevanten Bereich zeigt das 130 Jahre alte Bell-Telefon bessere Ergebnisse als ein modernes Mikrofon.

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