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Abenteuer Sibirien (1/2)

Vorstoß ins Unbekannte

Film von Kay Siering

Es waren Deutsche, die sich im 18. Jahrhundert als erste Siedler in die unwirtlichen Gebiete des Ostens vorwagten und auf abenteuerlichen Expeditionen ihr Leben riskierten. Georg Wilhelm Steller war als einer der ersten Naturwissenschaftler im Auftrag der russischen Zaren unterwegs und legte den Grundstein für die Erforschung Sibiriens. Viele Wissenschaftler aus Deutschland folgten seinen Spuren bis heute.

Georg Wilhelm Steller wurde am 10. März 1709 in Bad Windsheim, Franken ge­boren. Nach dem Studium der Naturwissenschaften und Medizin ging er 1734 nach Russland, wo er sich bessere berufliche Perspektiven als in Deutschland erhoffte. 1737 wurde er Mitarbeiter der Petersbur­ger Akademie der Wissenschaft und Mitglied der "Großen Nordischen Expedition", die ihn quer durch Sibirien bis nach Alaska führte. Der Grundstein für das Forschungsvorhaben war noch von Peter dem Großen gelegt worden. Nach seinem Tod 1725 wurden die Expeditionen auch von seinen Nachfolgern weiter gefördert. Die Wissenschaftler sollten das russische Riesenreich erkunden und herausfinden, was zwischen dem östlichsten Ende Russlands und Amerika liegt. Damals war noch unklar, ob es eine Landbrücke zwischen den Kontinenten gibt.

Sendetermin

Fr. 08.09.17, 05.15 Uhr

Abenteuerliche Expedition in den unbekannten Osten

Für Steller war die "Große Nordische Expedition" das langersehnte Karriere­sprungbrett. Mit zahlreichen Wissenschaftlern, Soldaten und Zeich­nern startete er 1737 von Moskau in Richtung Osten, wo er die Deutschen Johann Georg Gmelin und Friedrich Müller traf. Bis nach Kamtschatka sollte Steller vordringen. Damals ein tollkühnes Vorhaben. Doch es geht um eine der wichtigsten Fragen der damaligen Zeit: Was liegt zwischen Sibirien und Amerika? Eine eventuelle Landbrücke nach Amerika würde Russlands Einfluss in der Neuen Welt erhöhen und seine Macht festigen. Auf der jahrelan­gen Tour machte Steller Station in Jekatarinburg, am Baikalsee, in Jakutsk und Ochotsk, bevor er mit dem Schiff nach Kamtschatka über­setzte. Am Baikalsee verfasste Steller sein botanisches Hauptwerk.

Im März 1740 hatten Georg Wilhelm Steller und sein Tross den Baikalsee verlassen. Vor ihnen lag der eisige Osten Sibiriens. Die Route führte durch unwegsames Gelände, Kutschen und Pferde hatten sie zurück lassen müssen. Nun schleppten die Männer Hunderte Kilo an Proviant und Ausrüstung auf Schlitten. Schnee, Eis und Kälte machten die Reise zu einem Horror-Trip. Das Treibeis auf den breiten sibirischen Flüssen stellte die Expedition vor weitere Probleme. Brücken gab es damals noch nicht Dennoch beschrieb der ehrgeizige Forscher unermüdlich viele noch unbekannte Tiere und sammelte unzählige Pflan­zen, die noch heute seinen Namen tragen. Die Gegend um Jakutsk war die bis dahin härteste Strecke. Fünf weitere Monate dauerte es, bis sie die Hafenstadt Ochotsk erreichten. Von dort aus ging es weiter nach Kamtschatka.

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