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Die Drachentöter von Sizilien

Der Bürgermeister Rosario Crocetta und der Journalist Pino Maniaci - zwei von zahlreichen Sizilianern, die der „ehrenwerten Gesellschaft“ den Krieg erklärt haben.

Mit einigen Erfolgen: Mafia-Liegenschaften sind enteignet worden, die Villen eingesperrter Paten verfallen, und auf deren Länderein keltern couragierte Kooperativen post-kriminellen Wein. Immer mehr Geschäftsleute weigern sich, das übliche Schutzgeld zu bezahlen. Dennoch: Der „Drache“ ist noch lange nicht besiegt.

Rosario Crocetta tut keinen Schritt ohne seine vier Leibwächter. Schließlich vergeht kaum ein Tag, an dem der Bürgermeister der sizilianischen Kleinstadt Gela sich nicht mit der Mafia anlegt. Er hat sogar die Baustelle für den neuen Justizpalast stilllegen lassen – selbst da hatten die Paten den Beton mitgemischt. Für seine mutige Unbestechlichkeit wurde der schwule Kommunist von der stockkatholischen Bürgerschaft unlängst wiedergewählt.

Sendetermin

Sa, 22.08.09, 11.45 Uhr

Crocetta kämpft und lebt allein – auf die Sicherheit einer Familie muss er keine Rücksicht nehmen. Pino Maniaci sollte das – doch er tut das Gegenteil. Der schnauzbärtige Journalist aus dem Inselstädtchen Partinico spannt Frau und Kinder voll mit ein in seinen Anti-Mafia-Job: Maniacis lokaler Fernsehsender ist ein reiner Familienbetrieb, der mutigste in ganz Italien. Kein Sendetag vergeht ohne Breitseiten gegen Bosse und Bonzen, vor dem Studio schieben Carabinieri Wache. Trotzdem brennt schon mal das Firmenauto aus.

Crocetta und Maniaci ahnen jedoch: Für jeden abgeschlagenen Kopf wachsen dem sizilianischen Drachen zwei neue. Je mehr die Mafia zum scheinbaren Mythos verblasst, desto diskreter kann sie ihre Milliardengeschäfte machen. Mit Schlips und Kragen, statt mit Stilett und Säurebad. Aber schädlich und schändlich wie eh und je...

Dokumentation von Karl Hoffmann und Werner Zeppenfeld

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