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Aktuelle Gewaltstudie zu Computerspielen

Vorurteile teilweise ausgeräumt: Computerspiele können lehrreich sein

Mittlerweile spielt jeder dritte Deutsche regelmäßig Spiele am Computer, Smartphone oder Tablet. Und die Zahl der "Gamer" steigt weiter an. Die Wissenschaft sagt nun, dass die Vorurteile gegen die Spiele veraltet seien. Neue Studien zeigen: PC-Spiele können auch lehrreich sein.

Forschungsinstitute in den USA und Großbritannien beschäftigen sich mit der Frage, ob Computerspiele der Gesellschaft nützen können. Biologen und Hirnforscher stellten fest, dass die Konzentrationsfähigkeit und das Abstraktionsvermögen durch spielen am PC verbessert werden kann. Die dafür zuständigen Regionen des Gehirns arbeiten während des Spielens noch viel effektiver. Zusätzlich wird bei Erfolgen das Glückshormon Dopamin ausgestoßen. Das Hirn wächst und es entstehen neue neuronale Verbindungen.

Der Kommunikationswissenschafler Jeffrey Wimmer hält gewaltdarstellende Computerspiele nicht für gewaltätiges Verhalten verantwortlich. Es könne zwar Außnahmefälle geben, in denen solche Spiele zu Gewalttaten führen, doch diese seien die Ausnahme.

Die Psychologische Fakultät der Universität zu Köln hat in Zusammenarbeit mit dem Onlinespiele-Betreiber Turtle Entertainment eine Studie durchgeführt, die die Veränderung des Aggressionspotentials beim Spielen von Computerspielen – im Besonderen von First-Person-Shootern untersuchen soll. Es war kein erhöhtes Aggressionspotential nachweisbar. Bei der Studie wurde die Reaktionszeit von Spielern und Nichtspielern auf aggressive und nicht-aggressive Wörter getestet und dabei ein möglicher Zusammenhang untersucht. Es kam heraus, dass unerfahrene Spieler vielfach bereits von den Worten "Ego-Shooter" und "First-Person-Shooter" beeinflusst würden. Viele von ihnen assoziierten gar aggressive Konzepte mit dieser Art von Computerspielen. Langzeitspieler reagierten vor und nach dem Spielen eines Shooters nicht schneller auf aggressive Wörter.

Von Patrizia Seibert

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