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Schliemanns Erben - Der Schatz Alexander des Großen

Film von Gisela Graichen und Peter Prestel

323 v. Chr.: Alexander der Große starb 32jährig und hinterließ ein Riesenreich. In dem wohl erfolgreichsten Feldzug der Weltgeschichte hatte er in nur zwölf Jahren ein Imperium geschaffen und unermessliche Schätze erobert. Wer aber bekam das Erbe?

Seine Feldherren - die Diadochen - teilten sich die Beute. Doch die Erbstreitigkeiten prägten die darauf folgenden Jahrhunderte: die "Diadochenkämpfe". Es ging um Einfluss, Macht und viel Geld.

Die Suche nach dem verschollenen Schatz der Diadochen führt "Schliemanns Erben" in eine Zeit dauernder Kriege, in der sogar die Kelten von Mitteleuropa bis ins anatolische Hochland zogen, um einen Teil des märchenhaften Nachlasses Alexanders zu erbeuten.

Sendetermin

Mi, 23.03.11, 05.15 Uhr

Die antiken Geschichtsschreiber Diodor und Strabon berichten von einer geheimnisvollen versteckten Bergfestung "Kyinda", die irgendwo in Kilikien den Kriegsschatz des Diadochen Seleukos beherbergen soll. Eine Legende? Bis heute ist der Ort unentdeckt, vom Schatz fehlt jede Spur.

Eine der spektakulärsten Entdeckungen des letzten Jahrzehnts führt das "Schliemanns Erben"-Team in die Türkei, in eben jenes Kilikien. Dort wurden auf dem beinahe 200 Meter hohen Berg Karasis die Ruinen einer gewaltigen Festungsanlage entdeckt. Die Forscher trauten ihren Augen nicht, als sie vor bis zu 15 Meter hohen Mauern, Türmen und ausgedehnten Kasematten standen. Ein Rätsel bis heute: Wie konnte eine derartige Festung in solch einzigartigem Erhaltungszustand bisher unentdeckt bleiben? Weitere Fragen kamen schnell hinzu: Wer hat die Burg gebaut, wann und vor allem wozu?

Professor Adolf Hoffmann vom Deutschen Archäologischen Institut, Abteilung Istanbul, und sein türkischer Kollege Professor Mustafa Sayar machen sich an die Erforschung der versteckten Bergfestung. Schnell erkennen sie, dass es sich um ein Bauwerk aus der Zeit der Diadochenkämpfe handeln muss, und als der Inschriftenforscher Sayar ein Elefantenrelief entdeckt, liegt der Schluss nahe: Das muss eine seleukidische Burg gewesen sein. Der Elefant war das Wappentier des Diadochen Seleukos und seiner Nachfolger.

150 Kilometer weiter südlich erforscht Professor Gunnar Brands von der Universität Halle die Hauptstadt der Seleukiden: Antiochia. Einst eine der Weltmetropolen der Antike und in einem Atemzug genannt mit Rom, Alexandria und Konstantinopel ist von der Stadt Antiochia heute so gut wie nichts mehr erhalten. Einzig Teile der Stadtmauer stehen noch. Umso wertvoller sind die Informantionen, die Brands Team daraus lesen kann. Antiochia war eine gefährdete Stadt, die immer wieder angegriffen und erobert wurde. Was liegt also näher, als den Staatsschatz, das Erbe Alexanders, an einen sicheren Ort zu bringen, in ein uneinnehmbares Versteck in den Bergen?

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