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Europäischer Gerichtshof stärkt Passagierrechte bei Flugausfällen

Der europäische Gerichtshof hat in einem Urteil die Rechte von Passagieren bei Flugausfällen gestärkt. Grund der Klage war ein Vorfall während des Vulkanausbruchs im Frühjahr 2010:
Eine Irin saß damals über eine Woche lang in Portugal fest und forderte im Anschluss die Airline (RyanAir) auf, für Unterkunft und Verpflegung aufzukommen.

RyanAir weigerte sich jedoch für die entstandenen Kosten aufzukommen, da sie den Vulkanausbruch und damit verbundene Ausfälle als „außergewöhnliche Umstände“ einstuften und sich nicht in der Zahlungspflicht sahen.

Der Europäische Gerichtshof entschied nun, dass auch bzw. insbesondere bei „außergewöhnlichen Umständen“ das Unternehmen verpflichtet sei, für Unterkunft und Verpflegung zu sorgen, selbst, wenn das Flugunternehmen den Ausfall der Flüge nicht selbst verschuldet hat. Eine zeitliche Beschränkung der Betreuungspflicht gebe es dabei nicht.

Tagesschau

Do. 31.01.13, 20.00 Uhr

Für Fluggesellschaften bedeutet das Urteil, dass diese sich nun auf Forderungen aus der Zeit des Vulkanausbruchs und der dadurch bedingten Flugausfälle einstellen müssen. Dabei sei die Rückerstattung von Kosten solcher Art nicht als Entschädigung anzusehen, wie sie bei Verspätungen und Ausfall fällig werde. Auch müssen die Kosten einem angemessenem Rahmen entsprechen. Diesen festzulegen sei allerdings Sache der nationalen Gerichte.

Von Artur Pakosch

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