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Deutschland und Frankreich feiern 50 Jahre Élysée-Vertrag

50 Jahre Élysée-Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich, das will gefeiert werden. Zum Auftakt treffen sich Merkel und Hollande mit jungen Leuten aus beiden Ländern. Und sympathisch sind sich Deutsche und Franzosen inzwischen auch - jedenfalls ein bisschen.

Deutschland und Frankreich feiern an diesem Dienstag das 50-jährige Bestehen des Élysée-Vertrags, der Grundlage für ihre weltweit einmalige Partnerschaft. Dazu kommen Bundestag und französische Nationalversammlung in Berlin zu einer Sondersitzung zusammen. Die zentralen Reden werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident François Hollande halten. Zum Auftakt der Feierlichkeiten stand am Montag im Kanzleramt bereits ein Treffen der beiden mit jungen Deutschen und Franzosen auf dem Programm.

Mit dem «Traité de l'Élysée» hatten die beiden einstigen Kriegsgegner vor 50 Jahren ihre Aussöhnung besiegelt. Der Name kommt vom französischen Präsidialamt, dem Élysée-Palast, wo der Vertrag am 22. Januar 1963 von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und General Charles de Gaulle unterzeichnet wurde. Er ist auch Grundlage dafür, dass sich die Regierungen der beiden wichtigsten europäischen Partner heute regelmäßig treffen und eng miteinander abstimmen.

VOR ORT

Di, 22.01.13, 08.30 Uhr

Unter Vorsitz von Merkel und Hollande findet auch am Dienstag wieder ein gemeinsamer Ministerrat statt. Ebenso wie die Parlamente wollen auch die Regierungen eine Erklärung verabschieden, in der der besondere Charakter der Beziehungen hervorgehoben wird. Es ist das erste Mal, dass der Bundestag ein komplettes ausländisches Parlament zu Gast hat. Auch Bundespräsident Joachim Gauck will sich zum deutsch-französischen Verhältnis äußern.

Über die Parteigrenzen hinweg hatten in den vergangenen Tagen bereits beide Seiten den Élysée-Vertrag gewürdigt. Darin legten sich Deutschland und Frankreich zum Beispiel auch auf eine enge Zusammenarbeit in der Außen- und Verteidigungspolitik fest. Allerdings gibt es gerade in diesen Bereichen immer wieder auch Differenzen. Zu den Problemfeldern gehören auch der Euro sowie die Atomenergie.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov nannten 58 Prozent der Deutschen die Franzosen als den wichtigsten strategischen Partner in Europa. Umgekehrt sind es sogar 75 Prozent.

Auf die Frage an die Deutschen, ob ihnen die französischen Nachbarn «sehr sympathisch» seien, antworteten 17 Prozent mit Ja, 39 Prozent fanden sie «eher sympathisch». Umgekehrt sagten nur acht Prozent der Franzosen, dass ihnen die Deutschen «sehr sympathisch» sind. 32 Prozent finden die Deutschen «eher sympathisch».

Anlässlich des 50. Jahrestags bekannten sich die deutsche und französische Wirtschaft zu ihrer gemeinsamen Verantwortung für die Weiterentwicklung der Europäischen Union. «Angesichts der andauernden schweren finanziellen und wirtschaftlichen Krise» in Europa sei es wichtiger denn je, dass Deutschland und Frankreich ihre führende Rolle wahrnähmen, erklärten die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der französische Verband Medef.

Material von dpa

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