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Schlimme Mängel beim Kölner U-Bahnbau
Fehlende Eisenbügel bedrohen die Sicherheit

Schlitzwände wie diese sollen mit zuwenig Stahlklammern armiert worden sein (Quelle: dpa)
Die enthüllten Mängel beim Kölner U-Bahnbau sind nach Einschätzung eines Experten äußerst schwerwiegend und nicht mehr entschuldbar. "Hier hat man im Grunde versucht, die Sicherheit wirtschaftlich zu optimieren", sagte der Präsident der Ingenieurkammer-Bau NRW, Heinrich Bökamp, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Und jetzt sieht man: Ein bisschen Sicherheit geht eben nicht. Eine unabhängige Überprüfung ist nicht zum Nulltarif zu haben." Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) könnten das auch nicht mehr wegdiskutieren. "Man muss bei der KVB schon fragen: Wer hätte da drauf achten müssen? Das Vier-Augen-Prinzip ist genau dafür eingeführt worden." Die Stadt Köln hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, dass in einer Baugrube der U-Bahn nur 17 Prozent der vorgesehenen Eisenbügel zur Stabilisierung der Wände eingebaut worden sind. "17 Prozent ist nichts mehr", sagte Bökamp. "Die Sicherheit, die das Bauwerk haben muss, ist dann nicht mehr vorhanden."
Die entscheidende Frage sei nun, wie weit das unterirdische Bauwerk schon vorangeschritten sei. Die Eisenbügel dienten im wesentlichen zur Stabilisierung der Baustellenwand. Im nächsten Monat könne die Lage vielleicht prekär werden: Dann lässt die Schneeschmelze den Grundwasserspiegel ansteigen, und das Wasser drückt auf die Wände. "Und dann kann das die Standfestigkeit beeinflussen." Die Stahlbügel sollen von mehreren Arbeitern gestohlen und verkauft worden sein. Bökamp kritisierte, die KVB hätten es versäumt, wie vorgeschrieben einen Prüfingenieur mit der Überwachung zu beauftragen. Stattdessen hätten sie die Überwachung wohl irgendwie selbst leisten wollen: "Aber wenn 80 Prozent geklaut wurden, kann ich mir nicht vorstellen, dass da eine Kontrolle installiert war."
DER TAGNärrisches Treiben kann stattfinden
Die Stadt erwog vorübergehend die Evakuierung von Häusern an der innerstädtischen Baugrube Heumarkt und eine Umleitung des Rosenmontagszugs. Messungen hätten jedoch ergeben, dass dies nicht nötig sei, weil keine Einsturzgefahr bestehe, teilte die Stadt mit. Der Rosenmontagszug könne ohne Beeinträchtigung stattfinden. Nach einem Bericht des "Spiegel" erwog die Stadtspitze im Januar zeitweise die Evakuierung von Teilen der Innenstadt wegen Sicherheitsbedenken. Die Stadtspitze habe mit Fachleuten großräumige Evakuierungen um den Waidmarkt vorbereiten lassen. Nach weiteren Prüfungen durch Sachverständige sei der Notfallplan fallen gelassen worden.
mit Material von dpa
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