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Kurzportrait Heiko Maas

Bei den saarländischen Landtagswahlen am 30. August will Heiko Maas (SPD) nach zehn Jahren Ministerpräsident Peter Müller (CDU) ablösen. Den Umfragen zufolge konnte Maas in den letzten Monaten den Rückstand auf die CDU verkürzen und die Partei Die Linke wieder überholen. Weiterhin sind die Christdemokraten aber großer Favorit auf den Wahlsieg.

Portrait Heiko Maas

Heiko Maas (SPD) will saarländischer Regierungschef werden. (Quelle: dpa)

"Es wird Zeit für einen Wechsel", meint die saarländische SPD vor der Landtagswahl am 30. August. Seit nunmehr zehn Jahren müssen sich die zuvor erfolgsverwöhnten Sozialdemokraten im kleinsten Flächenland der Republik mit der Oppositionsrolle begnügen. Deshalb forciert die Saar-SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Heiko Maas derzeit einen Wahlkampf, der stark an US-Päsident Barack Obama erinnert. "Wir machen's", lautet der SPD-Wahlspruch angelehnt an das Vorbild "Yes we can", und auch sonst ist Maas auf dem besten Weg zum Internetwahlkämpfer. Twitter, Flickr, YouTube, Facebook und Co. versucht der 42-Jährige zu seinen Gunsten zu nutzen, um Ende August Peter Müller (CDU) im Amt des Ministerpräsidenten abzulösen.

SPD will "Maas nehmen"
Ein ambitioniertes Ziel, hat sich doch nach 13 Jahren Oskar Lafontaine und einem Jahr Reinhard Klimmt mit Peter Müller wieder ein Christdemokrat in der Saarbrücker Staatskanzlei etabliert. "Maas nehmen" lautet deswegen der Wahlspruch der SPD – mit dem studierten Juristen will sie die CDU-Alleinherrschaft im Saarland nach einem Jahrzehnt beenden. Dabei kämpft Maas allerdings auch gegen seinen ehemaligen Förderer Oskar Lafontaine. Der jetzige Chef der Partei Die Linke stammt wie Maas aus Saarlouis und unterstützte ihn schon bei dessen Einzug in den saarländischen Landtag im Jahr 1994. Vier Jahre später berief Lafontaine Maas als damals jüngsten Minister Deutschlands ins Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr. Seit dem Regierungswechsel im Jahr 1999 ist Maas Fraktionsvorsitzender und damit auch Oppositionsführer im saarländischen Landtag. Seit acht Jahren gehört er außerdem dem Bundesvorstand der SPD an.

Rot-rot, rot-rot-grün oder schwarz-rot?
In welcher Konstellation Maas nach der Wahl regieren könnte, ist offen. "Unser Ziel ist: Wir wollen stärkste Partei werden, es geht um Platz eins", sagte der 42-Jährige der Tageszeitung "Die Welt". Favorit auf den Sieg ist den Umfragen zufolge allerdings weiterhin die CDU, auch wenn deren Werte und die Zustimmung für Ministerpräsident Peter Müller in den letzten Monaten stetig gesunken sind. Die SPD konnte aufholen und sich immerhin wieder vor Die Linke auf Platz zwei setzen, nachdem Oskar Lafontaine kurzzeitig an den Sozialdemokraten vorbei gezogen war. Eine große Koalition aus CDU und SPD ist denkbar, auch wenn die Schnittmengen vor allem in der Bildungspolitik nicht allzu groß sind. Nicht reichen wird es wahrscheinlich für eine rot-grüne Koalition. Maas schließt deshalb auch eine rot-rote oder rot-rot-grüne Regierung nicht aus. SPD-Chef Franz Müntefering hat ihm jedenfalls freie Hand für eventuell anstehende Koalitionsverhandlungen gelassen.

von Fabian Müller

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